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Abendmahlsbüchlein für evangelische Communicanten
Entstehung
Seite
38
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38wie Gott euch vergeben hat in Christo. War undist dazu mein ganzes Herz stets willig und geneigtUnd habe in Beweisung der Liebe wohl gethan,was ich konnte? gegen diejenigen, die mir näherstehen und gegen Andere? war es mir Freude, ummeines Heilandes willen Andern zu dienen, zu hel-fen, Barmherzigkeit an ihnen zu beweisen, sie zutrösten und zu erfreuen, so daß etwas von demBilde Jesu an mir zu sehen ist, der umherging undwohl that, diente, und selbst den Jüngern die Füßewusch? O, mein Gott, laß mich doch ja nichtim Leichtsinn hierüber hinweggehen, sondern auf-richtig sein vor deinem Angesichte; nicht mit seich-ten Entschuldigungen mich beruhigen, wo meinHerz mich verdammt, sondern stelle du mir die un-erkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht;doch laß mich auch Trost und Gnade darüber beidir finden!Und wie habe ich insbesondere das Gebot derengern brüderlichen Liebe erfüllt, welche diewahren Jünger des Herrn vereinigen soll? Ein neuGebot gebe ich euch, sprach Jesus, daß ihr euchuntereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. Nachder Erfüllung dieses Gebots fragt er hier vornem-lich. Die ersten Christen feierten vor dem Abend-mahl ein gemeinsames Liebesmahl, und versiegeltenes dabei mit dem heiligen Bruderkuß, daß die LiebeChristi sie verbinde und stets mehr in Ihm verbin-den sollte. Haben wir diesen äußern Gebrauchjetzt nicht mehr die Gesinnung soll desto gewis-ser vorhanden sein.