13Sammlung und zum Gebetsleben keinen Raum las-sen wollen, dann ists zu viel. Es ist so nöthig,von Zeit zu Zeit einmal stille zu stehenund mich zu prüfen, wie ich mit meinemGott stehe, mir klar zu werden über mein ganzesVerhaͤltniß zu Ihm. Es schleicht so leicht ein ver-borgener Bann sich ein; es kommt so leicht mituns Menschen zu einer falschen Ruhe und Sicher-heit, die aber in Noth und Tod nicht Stand hält;es übermannt uns so leicht Trägheit und Schläf-rigkeit im begonnenen Lauf, und die Gefahr ist um sogrößer, wenn es uns dabei an kräftiger Anfassungdurch treue Mitchristen fehlt; wie leicht beredet sichdas arge Herz, weil es von Christo und seinerGnade und seiner Gemeinschaft wisse, so habe essie auch. Und ich möchte mich doch nicht selbst be-trügen; ich möchte so ganz im Klaren und Reinenmit meinem Gott sein, wie ich es einst in meinerTodesstunde zu sein hoffe und begehre. — Aber da-zu kann ich nicht gelangen, ohne von Zeit zu Zeitgründlich in mein Inneres zu gehen und mich vormeinem Herrn zu erforschen. — Wie willkommenund heilsam ist mir aber eben hierzu der Genuß desheil. Abendmahles. Hier gebietet mir das WortGottes, welches sonst über Zeit und Weise derSelbstprüfung keine bestimmten Regeln auferlegt,sondern dies mehr dem Gewissen des Einzelnen an-heimstellt, — hier gebietet und fordert es ausdrück-lich: der Mensch prüfe sich selbst und also esseer von diesem Brod und trinke von diesem Kelch.Denn der Heiland will hier nicht blos eine augen-blickliche Tröstung und Erquickung, sondern eine
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