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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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536
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536 DIE PEINLICHEN VERHÖRE

Mohren, dessen Gesandter seine helle Freude an ihnen hatte 86 . Sogehörten den Zehn 87 an die Arrabbiatenführer Peter degli Alberti,Peter Popoleschi und Benedikt de' Nerli, den Acht 88 aber gar DoffoSpini, das bekannte Haupt der Compagnacci, sowie der immerhingemäßigtere Peter Parenti, der Chronist. Mit dem peinlichen Ver-höre der Mönche und anderen Verhafteten wurde ein Ausschußvon 17 Mitgliedern 80 betraut, ebenfalls politische Todfeinde desFrate, unter ihnen wieder Doffo Spini, Peter degli Alberti undBenedikt de' Nerli sowie Alfons Strozzi, ein Vetter des ChronistenParenti. Daß ein nach dem einhelligen Urteile von Freund wieFeind 90 so durch und durch parteiischer Gerichtshof den blutig-sten Hohn auf jede unbefangene Rechtsprechung bildete, lag aufder Hand. Das Urteil stand fest, ehe die Untersuchung begann.Die Signor.ie halle den Frale schon am Morgen der Verhaftungeinem Verhöre unterworfen, wozu sie, wie frischweg behauptetwurde 91 , die römische Ermächtigung, die sie damals noch nichteinmal erbeten hatte, bereits besaß; überhaupt brauche»man, hießes 02 , auf den Frate, einen mit dem Kirchenbanne behafteten, ver-stockten Bösewicht, nicht gar soviel Rücksicht zu nehmen. Dasich die Foltervorrichtungen im Bargello befanden, so schaffte manihn, um ihn martern zu können, am Dienstag, 10. April, nachmittag im Stuhle denn er war an Händen und Füßen gefesseltv und daher am Gehen behindert dorthin 93 . Ursprünglich hatte' man mit der Folter bis zur Ankunft der römischen Erlaubnis zu-warten wollen. Da aber Klagen laut wurden, als wolle die Signoriediese verbrecherischen Ketzer ihrer verdienten Strafe entziehen 94 ,so gab man nach und hängte ihn an das Seil, d. h. man zog ihn mitStricken an den Armen in die Höhe und ließ ihn dann mit allerWucht in einer Weise zurückschnellen, daß er, ohne den Bodenzu berühren in der Luft hing eine Marter, die zwar an sichnicht zu den grausamsten zählte, aber, öfter wiederholt, selbst diestärksten Nerven zu brechen vermochte 05 . Noch am Dienstagabends erhielt er das Seil dreimal:Laßt ab", rief er, von Schmerzübermannt, aus,ich will euch mein ganzes Leben aufschreiben."Das gestattete man ihm denn auch, ohne ihm jedoch die weiterenpeinlichen Verhöre zu ersparen. Die ihm hierbei gestellten Fragensowie seine Antworten wurden von einem hierzu amtlich bestelltenNotar auf der Stelle niedergeschrieben, Protokolle, die sich nachdem Tode des Frate im Besitze des Notars Franz Ceccone befan-