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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
533
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SCHONUNG DER VORNEHMEN FRATESCHEN 533

die durch ihre Aussagen bloßgesetllt werden könnten, zu verzwei-felten Entschlüssen getrieben würden, wie ja auch Cäsar dieSchriften des Pompejus nicht habe sehen wollen 65 . Der Antragbezweckte möglichste Schonung der Frateschen auf Unkosten desFrate. Die Frateschen waren nicht nur in den mittleren, sondernauch in den vornehmen Schichten der Bevölkerung außerordent-lich zahlreich vertreten, zählten überdies, wie auch die Arrabbia-ten unumwunden anerkannten 66 , die klügsten und erfahrenstenStaatsmänner in ihrer Mitte, die sich zudem durch ihre Unbe-scholtenheit und Uneigennützigkeit auszeichneten. Männer wieP. A. Soderini, J. B. Ridolfi, Peter Guicciardini erfreuten sichselbst im Schöße der Gegner allgemeiner Hochschätzung; der Todyaloris erregte selbst unter ihnen lebhaftes Bedauern 87 . Schrittendie Arrabbiaten mit Lebens- und Leibesstrafen gegen die Frates-chen ein, so brachten sie nicht bloß zahllose Familien wider sichauf, sondern auch das ganze Gemeinwesen, das so bewährteKräfte zu keiner Zeit weniger als eben jetzt missen konnte, an denRand des Verderbens. Schon am Palmsonntag e hatten die Ar rab- I »//" t^£biaten ihre schützende Hand über die Häupter der Frateschenausgebreitet. Alfons Strozzi hatte seinen Schwiegervater Bern-hard Nasi, Peter Albizi und Thomas Antinori hatten P. A. Sode-'irini gerettet 68 , und selbst Franz Valori wäre mit dem Leben da- ' "" i*f rvongekommen, wäre er nicht der Blutrache der Hinterbliebenen /^t/l~, «Xjener Medicifreunde erlegen, deren Hinrichtung er im August allzu 9»j«y «>>/.,stürmisch betrieben hatte 69 . Die Häupter der Arrabbiaten, G. A.Vespucci und selbst die Nerli waren daher von Anfang an darin

einig, die vornehmen Frateschen mit bloßen Geldstrafen^zu ^ A-t-i&i^ «t.

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ahnden 70 und, wie sich Bernhard Rucellai ausdrückte, alle Schuld ^ ^der Bürger dem Frate aufzubürden, dessen prophetisches Wortsich hiermit erfüllte:Wenn ihr recht viel Übles getan habt undeuere Stadt reinigen wollt, so ladet mir all euere Sünden auf undtötet mich 71 !" An ihm, dem hilf- und wehrlosen Fremdlinge undMönche, korinte man furchtlos sein Mütchen kühlen, und zugleichdurfte man hoffen, daß mit dem Frate sein Werk zusammen-brechen und die Bahn zur Errichtu ng einer aristo kratischenOligarchie geebnet sein werde 72 . Es gab allerdings nicht wenige,die gerne ihren persönlichen Rachegelüsten gefrönt hätten und voneinem so milden Vorgehen nichts wissen wollten 73 ; G. A. Vespucciund Bernhard Rucellai, die wärmsten Fürsprecher einer möglichst.