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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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532 DER STURM AUF S. MARCO

dem Frate und seinen beiden Genossen Dominikus und Silvesterwurden auch noch andere Personen, Mönche und Laien, die sichals die besten Freunde des Frate oder Valoris oder bei der Belage-rung des Klosters besonders hervorgetan hatten, im ganzen 19, ge-fänglich eingezogen; so Valoris Vertrauensmann Andreas Cambini,ferner Franz Davanzati, Peter Cinozzi u. a. 60 . Dagegen wagte manan die Führer wie P. A. Soderini, J. B. Ridolfi, Peter Guicciardini,die Salviati u. a. nicht Hand anzulegen; man hielt sie anfangs imPalaste in Schutzhaft und gab zu, daß sie sich nachher in Sicher-heit brachten 01 . Eine dunkle Wolke stand freilich noch immer amHimmel der Arrabbiati. Die Piagnonen hatten einen starken Rück-halt an Frankreich, und es war mit Fug anzunehmen, daßKarl VIII. ihrem Sturze nicht gleichgültig zusehen werde. DieSignorie setzte daher ihren Gesandten am französischen Hofe,Joachim Guasconi, von den jüngsten Ereignissen zwar in Kennt-nis, verbot ihm aber vorsorglich, hiervon irgend jemand Mit-teilung zu machen 62 , in der Befürchtung, der König könnte beiseiner bekannten Vorliebe und Verehrung für den Frate dasSchwergewicht seiner politischen Macht für ihn und seine Freunde,in die Wagschale legen. Aber sie hatten unverhofftes Glück. Wievon einer Zentnerlast befreit mochten sie erleichtert aufatmen,als am 13. April die Nachricht eintraf 63 , Karl VIII. sei am 7. April,dem Tage der Feuerprobe, eines plötzlichen Todes verschieden.Mit ihm war die letzte Hoffnung der Frateschen dahingesunken.Eben jetzt, da es schien, als wolle er mit dem so lange hinaus-geschobenen neuen Zuge nach Italien endlich ernst machen, warder dahingerafft, um in der Ewigkeit, wie die Frateschen nichtzweifelten, dafür zu büßen, daß er seinem ihm von Gott zuge-dachten Berufe so wenig entsprochen hatte 64 . Nun erst konntendie Compagnacci und Arrabbiati ihres Sieges recht froh werden;I nun erst hatten sie freie Hand und konnten mit dem Frate nachBelieben schalten und walten, keine Macht auf Erden gab es jamehr, die ihnen Rücksicht auferlegt hätte.

Schon am Montag, 9. April, morgens, hatte die Signorie eine Be-ratung der Achtzig über die Maßregeln veranstaltet, die den ge-fangenen Mönchen gegenüber zu ergreifen seien. G. A. Vespucciempfahl, sie durch kluge und verschwiegene Männer verhören zulassen, ebenso riet Bernhard Rucellai zu größter Sorgfalt und Vor-sicht bei ihrer Vernehmung, damit nicht etwa die vielen Bürger,