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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DER STURM AUF S. MARCO

gehalten. Mehrmals waren die strengsten Befehle der Signorieverkündet worden, die Bürger hätten S. Marco zu verlassen, widri-genfalls sie als Empörer erklärt, ja gehängt würden 45 . Die Furchtvor so harten Strafen und die Aussichtslosigkeit ferneren Wider-standes lähmte den Arm der Laien, von denen sich einer nach demandern davonschlich 46 . Schon hatte Joachim della Vecchia, derBefehlshaber der Platzwache, von der Signorie mit der ErstürmungS. Marcos beauftragt, seine schweren Geschütze in nächster Nähedes Klosters aufgepflanzt und es in Grund und Boden zu schießengeschworen, wenn es sich nicht endlich ergebe da trat Mala-testa Sacramoro mit noch einem Mönch aus dem Kloster undmachte den Belagerern das Angebot:Wir liefern euch den Frateaus, wenn ihr ihn heil in den Palast führt 47 ." Der Frate erklärtesich zum Gange dahin auf die Vorstellung Sacramoros bereit, einguter Hirt gebe sein Leben für seine Schafe; in der griechischenBibliothek richtete er ergreifende Worte des Trostes an die Brü-der, dann sprach er zu den Abgesandten der Signorie, die ihn ab-holten:Daß es so kommen wird, dachte ich, jedoch nicht sorasch und so plötzlich" 48 . Nachdem er dem P. Dominikus gebeich-tet und aus seiner Hand die heilige Kommunion empfangen hatte,nahm er eine kleine Erfrischung zu sich, denn er war gleich seinenMönchen noch völlig nüchtern, da das Mittagessen, das währendder Fastenzeit erst nach der Vesper eingenommen zu werdenpflegte, durch den ausgebrochenen Sturm vereitelt worden war.Jetzt hatte die Stunde des Abschiedes geschlagen: eine letzte Mah-nung zu treuer Ausdauer im Orden, ein letzter Kuß. Im Gehen gaber die Schlüssel des Hauses zurück und empfahl sich dem Gebeteseiner geistigen Söhne. Dominikus schloß sich ihm mit den Wor-ten an:Auch ich will mit auf die Hochzeit gehen." Benediktaber, der ihn begleiten zu dürfen bat, ward mit den Worten zu-rückgewiesen:Bruder Benedikt, unter dem Gehorsam befehle ichdir, dazubleiben, denn ich und Dominikus haben um Christi wil-len den Tod zu erleiden." So entschwand er den Augen der Seinen,die voll Trauer und Tränen waren 49 .

In Mitte der Häscher trat er in die Nacht hinaus, von der johlen-den Menge mit dem tausendstimmigen Geheule schadenfrohenHasses empfangen. Auf dem Wege zum Palaste ward er aufs ge-meinste beschimpft und durch Faustschläge und Fußtritte miß-handelt. Mit über dem Rücken gebundenen Händen wie ein