Druckschrift 
1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
528
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5zQ DER STURM AUF S. MARCO

Söhnlein eines Neffen Valoris, nicht verschont 27 . Nach gründlicherPlünderung hatte es das Haus angezündet und sich nach voll-brachter Heldentat aus dem Staube gemacht. Nachbarn erbarmtensich und suchten das Feuer zu löschen 28 . So konnte sich Valorinach seiner Heimkehr immerhin noch einige Zeit bergen, wardaber bald aufgestöbert und von zwei Amtsboten in den Signoren-palast beschieden. Unter ihrem Schutze trat er seinen letzten Gangan. Unterwegs wurde er von Anverwandten der fünf Verschwo-renen vom letzten August, an defen Hinrichtung er die Haupt-schuld getragen hatte, überfallen und ermordet; sein Leichnamwurde bis aufs Hemd ausgezogen und in einem nahen Kirchleingeborgen 29 . Das Schicksal Valoris hatte der Pöbel auch den übri-gen Führern der Frateschen zugedacht. Er steckte nach vorherigerPlünderung das Haus Andreas Cambinis in Brand und war ebenim besten Zuge, das Tor P. A. Soderinis einzuschlagen, als ihmPeter degli Alberti entgegentrat, während Alfons Strozzi Haus undHabe seines Schwiegervaters Bernhard Nasi behütete. Als dasbeste, ja einzige Mittel, ihn von weiteren Angriffen auf die Piagno-nen abzulenken, erschien die Eroberung S. Marcos 30 , auf die sichnun von sechs Uhr abends an die volle Wucht der Streitkräfte derCompagnacci und Arrabbiati richtete. Die Verteidiger, eine kleineSchar ergebener Laien und mannhafter Mönche, leisteten helden-mütige Gegenwehr. Bruder Benedikt hatte mit einigen Genossendas Dach bestiegen und schleuderte Ziegel und Steine in solcherMasse auf die Feinde herab, daß sich diese zum Rückzuge genö-tigt sahen 31 . Sie legten nun aber Reisigbündel an die Tore derKirche und des Klosters und zündeten sie an. Sie holten ferneraus dem nahen Servitenkloster Leitern und stiegen in die mit demKloster durch einen Gang verbundene Sapienz, von wo sie in jenesselbst eindrangen, um alles zu stehlen und zu plündern, was nichtniet- und nagelfest war, besonders Wein und öl und was sichsonst fortschleppen ließ 32 . Schon standen sie vor dem Chore derKirche; als aber einige Mönche mit dem Rufe:Es lebe Christus!"und mit Kronen und Kreuzen in Händen herbeikamen, stoben die.Eindringlinge erschrocken von dannen 33 . Unter den Laien leuch-tete Franz Davanzati, der auch zuvor schon die meisten Waffengeliefert hatte, durch Umsicht und Tapferkeit allen voran, bis erschwerverwundet zusammenbrach 34 . Besonders zeichnete sich einjunger Deutscher, namens Heinrich, aus, ein stattlicher Mann, der