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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DIE FEUERPROBE

tigkeit des Bannes beziehe; man müsse sich nur wundern, daßsich selbst ein Mann wie Malatesta zu so etwas hergebe 08 . In derTat mußte es ein dem Heiligen Stuhle äußerst peinliches Unterfan-gen sein, die Gültigkeit des Bannes von einem Gottesgerichte ab-hängig zu machen. Wie, wenn dieses zu Gunsten des Gebanntenentschied? Man hatte in Rom ein zu schlechtes Gewissen undverhehlte sich nicht, der Handel könne dem Papste die Tiarakosten". Es verlautete auch, die Signorie habe den Papst um Er-laubnis der Probe gebeten; die Kardinäle hätten nun im Kon-sistorium den Beschluß gefaßt, sie dürfe unter keinen Umständenstattfinden, und in diesem Sinne auch nach Florenz schreibenlassen, wo aber das Schreiben zu spät eingetroffen sei 100 . Durchgleichzeitige Zeugnisse wird diese spätere Erzählung jedoch nichtunterstützt, und gewiß ist, daß man in Rom den Dingen vonFlorenz i hren Lauf ließ. Man wußte, daß die befreundete Si-gnorie mit der Probe einverstanden war, und man vertraute aufdie florentinischen Freunde und ihre Vorsicht und Umsicht.

In gespanntester Erwartung sah man überall dem außerordent-lichen Schauspiele entgegen, das in der Stadt Dantes vor sichgehen sollte. Bonsi wurde in Rom unaufhörlich um Nachrichtenbestürmt 101 . Am höchsten stiegen die Wogen der Erregung natür-lich in Florenz selbst. Von nichts anderm sprach man hier mehr,an nichts anderes dachte man 102 . Am 5. April erschienen neueFlugblätter, welche die beiderseitigen Angebote mit dem Schreibendes Frate vom 1. April enthielten und die Runde durch alle Städteder Halbinsel machten 103 . Auch die der Kongregation von S. Marcoangehörenden Dominikaner von Prato sprachen ihre Bereitwillig-keit zur Probe aus, wie es die Brüder von Fiesole schon getanhatten. Der Frate nahm ihr Anerbieten mit dem Versprechenentgegen 104 , einen, zwei, drei, vier, zehn, soviele man wolle, zurProbe zu stellen, überzeugt, sie würden mit Gottes Hilfe von denFlammen nicht geletzt; zweifelte er im geringsten daran, so würdeer sich niemals dazu herbeilassen, um nicht zum Mörder zu wer-den. Die endgültige Vereinbarung zwischen den beiden Parteien,wurde am Freitag, 6. April, abends 5 Uhr, in Gegenwart der Si-gnorie und des erzbischöflichen Generalvikars Peter Maria vonPerugia getroffen 105 ..* Ihr zufolge sollten Dominikus und JulianRondinelli das Feuer von einem Ende des Scheiterhaufens bis zumanderen durchschreiten und dann umkehren, und zwar in Gegen-

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