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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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DIE COMPAGNACCI UND IHR GELAGE 603

renz Medici, ihr Führer Doffo Spini nur der Strohmann für Jo-hann, der in Forli bei Katharina Sforza, seiner Gattin, weilte. Siebildeten das Zünglein an der Wage. Sie führten den furchtbarenUmschwung zum Untergange des Frate, zur Niederlage derFrateschen herbei 35 . P. A. Soderini erkannte die Gefahr, diediesen drohte; um für alle Fälle sicher zu sein, ließ erseinen Sohn Thomas bei ihnen eintreten 36 . Waffengeübte,kampflustige junge Männer, führten sie den Umschwung gleich-wohl nicht auf dem geraden Wege eines kriegerischen Überfallesauf die Gegner herbei. Das hätte zu einem Kampfe auf Lebenund Tod, zu furchtbaren Opfern und bei der großen Zahl derFrateschen dennoch zu keinem sicheren Erfolge geführt. Manlebte in den Tagen Machiavellis. Viel rascher, sicherer und bil-liger führte der krumme Pfad feingesponnener Ränke ans Ziel.Zarte Scheu in der Auswahl der Mittel zur Niederstreckung desGegners war der Zeit fremd. Die Compagnacci wollten leben, ge-nießen. Schmerzlich gedachten sie besonders während des Fa-schings der herrlichen Zeiten Lorenzos, seiner glänzenden Karne-valszüge und fröhlichen Feste. In dem Hohn und Spott, in denBelästigungen, Beschimpfungen und Mißhandlungen, die sich dieübermütigen Gesellen gegen die Piagnonen erlaubten, machten sieihrer Wut über die unerträglichen Beschränkungen Luft, denensie sich durch den Frate und seinen Anhang auf Schritt undTritt ausgesetzt sahen. Namentlich war ihnen die Behörde derAcht ein Dorn im Auge, die sich aus Frateschen zusammensetzteund ihnen die Flügel beschnitt, wo sie nur konnte. Gern wäresie noch weiter gegangen und hätte dem zügellosen Treiben derCompagnacci vollends das Handwerk gelegt, wäre sie nicht durchdie zahlreiche und mächtige Verwandtschaft der jungen Leutesowie durch die mit ihnen befreundete arrabbiate Signorie ander Ausübung ihrer Amtsgewalt auf jede Weise behindert wor-den 37 . Ohnmächtig mußte sie dem üppigen Gelage zusehen, dasdie Compagnacci am Faschingsmontage (26. Februar) abendsfeierten; bei leckerer Tafel, rauschender Musik und ausgelassenemTanze zechten sie bis in den Morgen hinein, während die Gläu-bigen bereits zum Empfange der heiligen Kommunion in die Kircheeilten 38 . Die Seele der ganzen Veranstaltung, die unter dem Vor-sitze Doffo Spinis in Gegenwart einer schaulustigen Menge statt-fand, war der Notar Franz Barone, genannt Ceccone, der als