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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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5oo DIE FEUERPROBE

forderte, von Kardinal Askanio lebhaft unterstützt, die ligistischenGesandten eindringlich auf, den Florentinern das Ihrige zurück-zugeben, denn nur so könne die Rückkehr Karls VIII. vereitelt unddie Ruhe Italiens gesichert werden. Die Verbündeten stimmten ihmbei; nur der venetianische Rotschafter erhob Schwierigkeiten underwiderte, seine Signorie könne die Pisaner nicht im Stiche lassen,müsse vielmehr auf ihre Freiheit bedacht sein.Was ist das", ent-gegnete der Papst,für eine Freiheit, da man doch weiß, daß Ve-nedig alle pisanischen Festungen besetzt hält 6 ?" Sogar die Zurück-führung Peter Medicis brachten die Venetianer aufs Tapet 7 . Auchauf dem Umwege über Mailand vernahm man in Florenz die Zu-friedenheit des Papstes und seine Geneigtheit zu einem Entgegen-kommen in Sache Pisas, die hauptsächlich von ihm abhänge 8 .Schon meinten die Frateschen, hierin ein Anzeichen erblicken zudürfen, daß sich der Heilige Vater nun nicht mehr von den Stören-frieden Italiens beeinflussen 9 , vielleicht sogar bereit finden lasse,alle jene zu trösten, die an der Predigt des Frate ihre Freudehätten, zumal da ja bekannt sei, daß sein Zorn zum guten Teildurch Rürger der Stadt in der Absicht hervorgerufen worden sei,unter dem Drucke der römischen Maßregeln Unruhen und Um-sturz herbeizuführen 10 . Sofort sollten sie sich jedoch überzeugen,daß Alexander VI. nicht daran dachte, sich mit dem Predigt-verbote zufrieden zu geben. Durch den Kardinal von Perugialieß er Ronsi mitteilen, er sei entschlossen, mit dem Frate ein Endezu machen und einen Prälaten nach Florenz zu senden, um ihnzu holen; es solle ihm weder in Rom noch unterwegs das Geringstegeschehen 11 , ein Verlangen, über welches der Gesandte seinBefremden nicht zu unterdrücken vermochte 12 . Die Signorie frei-. lieh hatte diese Stimmung des Papstes nicht ungern. Sie.legte esgeradezu darauf an, ihn immer noch mehr zu reizen, indem sienur sein Begehren nach einer schriftlichen Antwort erfüllte, seinei ' . Forderung der Abberufung auch der Hilfsprediger des Frate aber

unberücksichtigt ließ und sich den Anschein gab, als sei ihr der

Inhalt ihrer Predigten fremd

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Wie schlecht es in Rom um den Frate stand, das war auch ausder Haltung zu ersehen, welche Herzog Herkules von Ferrara, dersich ihm stets so gewogen gezeigt hatte, nunmehr zu ihm einnahm.Felino Sandeo aus Ferrara, Savonarolas Landsmann, dem er nochim Sommer und Herbst 1495 wertvolle Dienste geleistet hatte,