XXV. Kapitel.DIE FEUERPROBE.
Die Einstellung der Predigt durch den Frate vermochte, so nach-drücklich sie vom Papste und seinen florentinischen Freunden be-trieben worden war, tatsächlich weder den einen noch den anderenTeil zu befriedigen. Deutlicher denn je offenbarte es sich, daß eshierbei in Rom wie in Florenz auf ganz andere Dinge abgesehenwar, und das Schweigen des Frate nur als Vorwand und Vorspielzur Durchführung viel größerer Pläne diente. Voll Unmut ge-wahrten die Arrabbiaten, wie an Stelle des Frate drei seiner Mönchedurchaus in seinem Sinne, ja eher noch schärfer sprachen 1 . Sieärgerten sich ganz besonders, daß sie nicht imstande gewesenwaren, den Piagnonen die Besuche in S. Marco zu unterbindenund „das ganze Nest auszuheben", woran ihnen mehr als an derPredigt gelegen war 2 . Doch hofften sie, da dem Verlangen desPapstes nach Absperrung des Frate nicht stattgegeben worden sei,so werde der Heilige Stuhl, über eine so mangelhafte Ausführungseiner Anordnungen ungehalten, endlich das Interdikt verkündenund hierdurch den Sturz der Frateschen bewirken 3 . Der Papstaber beschwerte sich zwar, daß die Signorie an Stelle des Fratedessen Jünger auftreten lasse, erklärte sich auch mit dem bloßmündlichen Bescheide der Gesandten nicht zufrieden geben zukönnen, sondern eine schriftliche Antwort auf sein Breve vom9. März erwarten zu müssen, äußerte aber doch seine Genugtuungdarüber, daß die Signorie dem Frate die Predigt verboten habe.Abermals beteuerte er, wenn dieser eine Zeitlang gehorche undum Lossprechung ersuche, so werde er ihm die Absolution ebensowie die Predigterlaubnis gewähren, denn er verdamme ja nichtseine Lehre, sondern nur seine Vermessenheit, ohne vorherige Los-sprechung zu predigen, vom Papste übel zu sprechen und seineStrafen zu mißachten, was der Heilige Stuhl, wenn er seine Gewaltnicht selbst preisgeben wolle, niemals gestatten könne 4 . Der Papstwiederholte nun auch seine Versprechungen bezüglich Pisas 5 und
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