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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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4 9 4 DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS

Welt, Geächteten gleich überall ausgeraubt und geplündert wer-den; schon jetzt hörten manche Geschäfte mit der Versendurigvon Waren auf, schon jetzt wurden Geleitsbriefe verweigert. Über-dies ist die Stadt in Sachen des Priesterzehents, ohne welchen sieihre laufenden Ausgaben nicht mehr bestreiten könnte, auf denPapst angewiesen, dessen Waffen nun einmal die Zensuren sind,ohne die er seine Herrschaft nicht zu behaupten vermöchte. Undin jedem Falle ist es verdienstlicher, selbst ungerechten Strafen zugehorchen.

Da sich nun so die Stimmen für und wider den Frate das Gleich-gewicht hielten, jedenfalls eher für als gegen ihn erklärten 126 , sovermochte die Signorie keinen Beschluß zu fassen, bis die beidenParteien am Samstag, 17. März, übereinkamen, dem Frate die Ein-stellung der Predigt zu empfehlen, die übrigen Forderungen desPapstes aber als mit der Würde der Stadt unverträglich abzu-lehnen 127 . Von diesem Beschlüsse verständigten sowohl die Zehnals auch die Signorie ihre Gesandten in Rom mit dem Auftrage,hiervon auch den Papst zu benachrichtigen, da eine weitere amt-liche Mitteilung an ihn nicht ergehe 128 . Es war in der Tat höchsteZeit. Tag für Tag liefen in Rom Nachrichten über Angriffe desFrate auf den Heiligen Stuhl ein und steigerten seinen Unwillenaufs höchste 129 . Als der Papst nun Kunde von einer neuen furcht-baren Predigt des Frate erhalten hatte, beschloß er auf den Ratder Prälaten seiner Umgebung, unnachsichtig auf seiner Ausliefe-rung und nicht mehr bloß auf der Einstellung der Predigt zu be-stehen, widrigenfalls die in Rom ansässigen florentinischen Kauf-leute in die Engelsburg geworfen und ihre Habe eingezogen wer-den sollte 130 . Selbst so wohlgesinnte Männer wie der Kardinal vonPerugia und der Bischof von Capaccio bestätigen dem Gesandtendie ganze Hoffnungslosigkeit der Lage, wenn nicht eine günstigeNachricht aus Florenz eintreffe. Bonsi war so entmutigt, daß ernach Florenz schrieb und um seine Abberufung bat, da sein weite-rer Aufenthalt in Rom zwecklos sei 131 . Schon ließ sich auch PeterMedici wieder sehen und bot dem Vatikan seine Dienste an 132 .Die florentinischen Kaufleute von Rom aber stellten der Signorieeindringlich vor 133 , wie nicht bloß ihnen, sondern ebenso ihrenLandsleuten in allen Ländern der Welt Kerkerhaft und Verlustaller Güter drohe, falls es in Sachen des Frate zum Interdikte