^ g2 DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS
Kloster von jedem Verkehre mit der Außenwelt abgeschlossen wer-den müsse. Nichts weiter werde von ihm verlangt, als daß er insich gehe und sich in Rom stelle, er werde dann gütig aufgenom-men, losgesprochen und seinem apostolischen Werke wieder zu-rückgegeben werden. Je williger die Stadt diesem Gebote desPapstes gehorche, um so mehr werde sie dann auch seine Gnadezu spüren bekommen. Dieses Breve übersandte Bonsi mit einemGeleitschreiben 119 vom selben Tage und der abermaligen Versiche-rung, der Frate solle die Lossprechung und die Predigterlaubniserhalten, wenn er einige Zeit schweige. Der Papst und der ganzerömische Hof könne sich nicht genug darüber verwundern, daßder Frate nicht wenigstens zeitweilig nachgebe, denn das sei dochdas Wenigste, was man verlangen könne, daß sich ein Gebannterder Predigt so lange enthalte, bis er die Lossprechung erlangt habe.Die Zehn von Florenz versicherten zwar auch jetzt noch 120 ,nicht begreifen zu können, wie sich der Papst durch die Antwortvom 3. März gekränkt fühlen könne. Dagegen erkannte die Sig-norie den Ernst der Stunde sehr wohl und berief auf den 14. Märzeine Sitzung des Rates der Achtzig ein, zu der je zwanzig angeseheneBürger jedes Bezirkes beigezogen wurden, um über die MaßregelnBeschluß zu fassen, die man dem Breve vom 9. März gegenüberzu treffen habe; den Achtzig allein wollte die Signorie die Ent-scheidung nicht überlassen, da sie zum guten Teile aus Frateschenbestanden 121 . Aber selbst so liefen die Verhandlungen 122 auf eineVerherrlichung des Frate hinaus, die den warmen Lobsprüchendes Schreibens vom 26. Februar in nichts nachstand 123 . Daß manden Frate weder einsperren noch gar an den Papst ausliefern
, . < .• dürfe, darin waren Freund wie Feind mit geringen Ausnahmen
einig, und nur die Frage war strittig, ob man ihn zur Einstellung
a -j ^/L der Predigt veranlassen solle oder nicht. Die Piagnonen wider-•7 JLj^i^ rieten dies entweder ganz oder empfahlen, die Entscheidung ihmselbst anheimzustellen; jedenfalls möge man sich hüten, demWorte Gottes gewaltsamen Einhalt zu tun, denn das sei, wie Bei-spiele lehrten, noch stets allen übel bekommen 124 . In begeistertenWorten wurden seine außerordentlichen Verdienste um die Ret-tung der Stadt in den schweren und gefahrvollen Tagen der An-wesenheit Karls VIII. und der Verfassungsänderung sowie um dieBewahrung der Freiheit und um das Seelenheil der Bürger ge-priesen; den Mühen, denen er sich für die Einwohner unterzogen,
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