4go DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS
getan habe. Obschon sich nun Pepi, ein eifriger Piagnone, seinesAuftrages sicher aufs gewissenhafteste entledigte, so gab sich derMohr doch schwerlich Mühe, seiner Bitte zu willfahren. Warder doch zur selben Zeit von den Arrabbiaten ersucht 111 , ihnen Hilfeund Beistand auf dem Wege über Rom zu leihen, auf daß derPapst in seiner Strenge gegen den Frate ja nicht nachlasse unddas Interdikt auch über die Stadt verhänge, da sie dann den Frateaus der Stadt verjagen und seine ganze Partei vernichten könnten,was ja nur im eigensten Vorteile des Herzogs selbst gelegen wäre.Die Arrabbiaten beurteilten die Lage ganz richtig, wenn siedarauf bauten, der Papst könne und werde sich mit dem Bescheideder Signorie vom 3. März nicht zufrieden geben. Gleichwohl kamdas Interdikt immer noch nicht, das sie so sehnlichst erwarteten 112 .Schonung für Florenz oder gar für den Frate war es natürlichnicht, was den Arm des Papstes lähmte. Die Rücksicht auf diepolitischen Verhältnisse zwang ihn jedoch, die Brücken nicht allzurasch abzubrechen, denn das drohende Gespenst einer Rückkehrdes Königs schien immer greifbarere Gestalt anzunehmen 113 . Alsihm Bonsi und Bracci am 7. März die Antwort der Signorie vom3. überreichten, erwiderte er 114 : „Das ist ein übles Schreiben, wieich mich eines solchen nicht versehen hätte. Wie kann man dochsagen, ich sei schlecht unterrichtet, wenn ich aus den mir vor-gelegten Berichten selbst entnehmen kann, der Frate habe michein altes Eisen genannt, meine Strafen mißachtet, die Hölle einerBitte um die Lossprechung vorgezogen und mir sogar den Todmeines Sohnes vorgeworfen! Kommen denn die Signori vonFlorenz meinen Anordnungen im geringsten nach? Zwingen sieden Frate zum Einstellen der Predigt? Der bloße Rückzug nachS. Marco kann doch nicht genügen. So hätte ich denn wahrlichallen Grund, das Interdikt zu verhängen; doch warne ich die Stadtnoch ein letztesmal. Hört sie auch jetzt nicht, so wird das Inter-dikt unfehlbar folgen." Umsonst suchten ihn die beiden Gesandtenzu beschwichtigen und den Frate in Schutz zu nehmen. „Ich ver-damme ihn nicht", erwiderte er, „weil er eine heilsame Lehrepredigt, sondern weil er trotz des Bannes und ohne um Losspre-chung gebeten zu haben, in offener Mißachtung des HeiligenStuhles und zum üblen Beispiele zu predigen wagt." StephanTaberna, der der Unterredung anwohnte und beim Papste zurück-blieb, als sich Bonsi und Bracci verabschiedet hatten, teilte diesen