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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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484
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484 DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS

noch nicht rechte was der im Schilde führt! Er wird Dinge sagen,daß sich die Sonne verhüllt." Und dann machte er so schmutzigeGeberden und schrie wie besessen. Aber, bemerkt der Bericht-erstatter, die Hörer hatten erwartet, Mariano werde die Irrtümerwiderlegen, die man dem Frate zur Last legte, und waren nunenttäuscht, als sie nur Schimpfreden zu hören bekamen. Der Un-bekannte, dem wir diese lehrreiche Schilderung der schmach-vollen Wirksamkeit Marianos verdanken, schließt mit der Bitte,der florentinische Freund möge ihm doch Predigten des Frateschicken, denn es gebe in Rom manchen wohlgesinnten Mann,der sie zu lesen wünsche.

Schon war es dem Papste mit der bloßen Einstellung der Pre-digt, wie er sie noch eben gefordert hatte, nicht mehr getan. Am26. Februar richtete er ein Breve 81 mit dem gebieterischen Ver-langen an Florenz, den Frate, diesen Sohn der Bosheit, in gutemGewahrsam nach Rom zu senden oder mindestens in einer Weisevom Verkehre mit der Außenwelt abzuschließen, daß er keinenSchaden mehr anrichten könne. Geschehe dies nicht, so werdedas Interdikt die Stadt unabwendbar ereilen. Ein weiteres Brevegebot dem Domkapitel, dem Frate die Tore zu verschließen unddie Predigt zu wehren, den Gläubigen aber kund zu tun, daß alle,die sie künftig noch zu besuchen wagten, der dem Papste selbstvorbehaltenen Exkommunikation verfallen sein sollten. Für jetztaber wolle der Papst noch Gnade für Recht ergehen lassen und denDomherren die Befugnis einräumen, drei oder vier aus ihrer Mitteauszuwählen, die jenen, welche den Predigten des Frate bisherangewohnt hatten, die Lossprechung unter dem eidlichen Ver-sprechen, sie künftig nicht mehr zu hören, gewähren könnten 82 .Gleichwohl war Alexander VI. weit davon entfernt, es auf einenBruch mit Florenz ankommen zu lassen. Er zeigte Bonsi einesonnige Miene und beteuerte ihm seine volle Bereitschaft zur Rück-gabe Pisas, ja er versicherte mit warmen Worten, wenn sich derFrate nur einige Zeit lang gehorsam und ruhig verhielte, so würdeer gar bald von jeder Strafe losgesprochen werden; im anderenFalle heische es freilich die Ehre des Heiligen Stuhles, die volleStrenge des Rechts, wider ihn und die Stadt walten zu lassen.Abermals beklagte er sich bitter über die erste Predigt des Frateund führte besonders die Vorwürfe auf, die hier wider ihn selbsterhoben wurden 85 .