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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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482
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482 DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS

berna, neu ernanntem Bischöfe von Parma, dem Gesandten Mai-lands in Rom, nur mit Mühe etwas besänftigen ließ 76 . In der Un-terredung, die er am 22. Februar mit Bonsi und Bracci pflog, er-klärte er, nun erkenne er deutlich, daß sich die Florentiner, wie

.der venetianische Gesandte immer schon sage, niemals vom fran-zösischen Könige trennen würden und ganz im Einverständnisse

mit ihm handelten. Dann stand er auf, ging aus dem Zimmer undließ die Gesandten stehen, indem er zu Bonsi bemerkte:Laßtnur den Frate Hieronymus predigen! Ich hätte nicht geglaubt,daß er mich so behandeln würde 77 ." Da nun die Gesandten erfah-ren hatten, daß sich der Papst dem Bischöfe Cosimo de' Pazzi vonArezzo gegenüber sehr freundlich über die Stadt ausgesprochenhabe, so suchten sie um eine neue Besprechung nach, die ihnenam 25. Februar in Gegenwart hoher Prälaten gewährt wurde 78 .Der Papst las ihnen einen großen Teil der Predigt des Frate vom11. Februar vor und beschwerte sich darüber, daß man diesen insolcher Weise reden lasse; das sei eine Rücksichtslosigkeit gegenden Heiligen Stuhl, die sich Türken und Heiden nicht gefallenließen. In der schärfsten und unwilligsten Weise sprach er sichgegen den Frate aus und verlangte, die Gesandten möchten sofortdurch Eilboten die augenblickliche Einstellung der Predigt hei-schen, widrigenfalls er das Interdikt über die Stadt verhängenmüßte, denn er sei unter keinen Umständen einen Trotz gegenseine öffentlichen Kirchenstrafen zu ertragen gesonnen. Die an-wesenden Prälaten pflichteten dem Papste durchaus bei undbrachten aus Florenz eingelaufene Spottsonette auf den Papst zurVerlesung, worüber sich dieser natürlich erst recht ärgerte; zornigrief er aus:Ich muß mich also in Sonetten verhöhnen lassen!"Umsonst bemerkten die Gesandten, das werde dem Frate zu Un-recht zur Last gelegt. Der Papst wollte nichts hören und bestandentschieden auf seiner Forderung, gab aber zugleich zu verstehen,daß ihn der venetianische Botschafter noch besonders gegen sieeingenommen habe.Auch sonst", bemerkten Bonsi und Bracci inihrem Berichte,fehlt es hier wahrlich nicht an Leuten, die bestän-dig ins Feuer blasen und jede Verständigung in Sachen Pisashintertreiben 79 ".

Unter ihnen tat sich am allermeisten Marian von Gennazano her-vor, der alte, ruhelose Todfeind des Frate. Er hatte an SeptuagesimaPredigten vor dem päpstlichen Hofe über den Epheserbrief be-

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