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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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4 ?2 DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS

welche soeben die heilige Kommunion empfangen hatten, unterwelchen sich jedoch weder Valori noch sonst ein Parteiführerbefand; nachdem sie die Runde um den Platz vor S. Marco ge-macht hatten, kehrten sie in die Kirche zurück 33 . Schon dieseWeihnachtsfeier rief nicht nur in den Kreisen der Gegner, die siegar zu einer hochverräterischen Verschwörung aufbauschten,sondern zum Teil auch bei seinen Anhängern großes Mißfallenhervor 34 . Noch größeren Anstoß erregte es jedoch vielfach, daßam Feste der heiligen dcei Könige, an welchem die Signorie demHerkommen gemäß in S. Marco dem Festgottesdienste beiwohnte,selbst heuer an dem alten Brauche ohne Rücksicht auf die Ex-kommunikation festgehalten wurde. Denn damit stellte sich diehöchste Behörde der Stadt feierlich auf die Seite des Gebannten: gegen den Papst, eine Haltung, von der schlimme politische Folgenfür die Stadt befürchtet wurden 35 . An der Oktav des gleichenFestes ließ der Frate eine Art Weihnachtsspiel aufführen, an demsich sämtliche Brüder wieder mit brennenden Fackeln und rotenKreuzchen beteiligten. Sie stellten das Suchen der heiligen dreiKönige nach dem Jesuskinde dar, indem sie unter Vorantritteines jungen, als Engel gekleideten Mönches, der einen funkeln-den Stern an der Spitze eines langen Stabes trug, unter Psalmen-sang das ganze Kloster durchzogen, bis sie endlich auf die Wiegein der Kirche stießen, worauf die drei Magier, nämlich Savonarola,der Prior Franz Salviati von S. Marco und der Prior Dominikusvon Pescia von Fiesole, das Kindlein aus der Wiege nahmen, küß-ten und auch ihren Mitbrüdern zum Küssen reichten. Draußenaber standen die Laien, darunter auch Gegner, und schautendurch die Ritzen der Kirchentüren dem heiligen Schauspiele zu 3 *.Aber auch mit den Umzügen inner- und außerhalb des Klostersbegnügten sich die Piagnonen nun nicht mehr. Schon hieß es,der Frate werde, möge die römische Lossprechung kommen odernicht, am Lichtmeßfeste die Kanzel wieder besteigen, denn sowolle es Gott, und wenn der befehle, müsse alle Menschenfurchtschweigen 37 . Selbst eifrige Fratesche, wie Alamanno und JakobSalviati und Dominikus Mazzinghi, äußerten aus politischen Rück-sichten ernste Bedenken, während allerdings andere mit der un-geduldigen Frage in S. Marco erschienen:Wann beginnt denndie Predigt wieder? Wir sterben vor Hunger nach dem WorteGottes 38 ." Ganz besonders waren es Welt- und Ordensgeistliche,