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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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473
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UNTERREDUNG MIT MANFREDI 4 73

sowie gegnerische Laien, die lebhafte Einsprache erhoben 39 ; eserschien unbegreiflich, wie man den Papst, von dem die Rück-gabe Pisas abhing, vor den Kopf stoßen könne. Der Unwillesteigerte sich, als die Piagnonen einige Tage vor Lichtmeß dieKinderbänke wieder aufstellten und Bürger, die sich darüber auf-hielten, in Gewahrsam nahmen 40 . An Lichtmeß kam es nun aller-dings noch nicht zur Predigt; daß er sie aber nächstens wiederaufnehmen werde, daraus machte der Frate kein Hehl. Es sei,erklärte er dem Gesandten Manfredi 41 , sein fester Entschluß, wäh-rend der Fastenzeit zu predigen, und vielleicht auch schon früher,sobald es von denen, die Gewalt über ihn hätten, geboten werde.Und auf die Frage des Gesandten, wen er darunter verstehe, denPapst oder die Signorie, erwiderte er: einem solchen Amte würdeer sich weder im Auftrage der Signorie noch des Papstes unter-ziehen, zumal da dieser sein bekanntes Leben fortsetze und offen-bar nicht einmal daran denke, den Bann aufzuheben. Vielmehrharre er des Gebotes eines Herrn, der über dem Papste und allenGeschöpfen stehe, wenn er auch den Tag des Wiederbeginnsseiner Predigt noch nicht angeben könne. Jedenfalls kehre er sichan den Bann nicht, der einen Hohn auf Recht und Billigkeit dar-stelle; doch werde es sich ja schließlich herausstellen, daß er dieWahrheit auf seiner Seite habe. Als dann Manfredi auf denWiderspruch des Volkes und etwaige Unruhen hinwies, gab erzur Antwort: wenn er den Bann für berechtigt hielte, so würde ersich freilich ein Gewissen daraus machen, sich über ihn hinweg-zusetzen, und ebenso nähme er Rücksicht auf den Widerstanddes Volkes, wüßte er nicht mehr als gewiß, daß seine Predigtzu Unruhen nicht führen werde. Da die Arrabbiaten die Predigtdes Frate ebenso fürchteten, wie die Frateschen sie ersehnten, sohatten sie nicht unterlassen, Vorkehrungen gegen sie zu treffen.Auf Grund eines Breves verbot Leonhard Medici, Generalvikar desvon Florenz ständig abwesenden Erzbischofs Rainald Orsini, den IDomherren wie der gesamten Pfarrgeistlichkeit 42 , während der IPredigt des Frate im Dome die Messe zu feiern; die Laien aber'warnte er vor dem Besuche der Predigt unter Strafe des Kirchen-banns, der Verweigerung der Sakramente und des kirchlichenBegräbnisses 43 . Die Domherren erbaten sich nun zur Ausführungihres Auftrages den Schutz der Signorie, die ihn jedoch nicht nurnicht zusagte, sondern im Gegenteil den Generalvikar seines