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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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UNZUVERLÄSSIGKEIT DER LIGA 46g

wären, sondern vom Bestreben geleitet, im bedrohlichen Un-wetter, das sich über seinem Haupte zusammenzog, sich selbstund ihre Habe in Sicherheit zu bringen.

Zunächst schienen die Dinge so arg nicht zu liegen. Auch fürdie Monate Januar und Februar 1498 verfügten die Piagnonenüber die Signorie, Julian Salviati, ein hochgemuter junger Mann,dem Frate treu ergeben, war Bannerherr und wurde von gleich-gesinnten Altersgenossen, wie Lukas degli Albizi und AlexanderAcciaiuoli, kräftig unterstützt 12 . Der Freudenrausch, den derMönch Augustin von Lucca mit seinen mailändisch-römischenAnerbietungen in den Reihen der Bürger hervorgerufen hatte,war rasch verflogen. Bald genug stellte sich aufs neue heraus,daß auf den Herzog kein Verlaß war, der, von einer ZurückgabePisas weit entfernt, dieses im Gegenteile zum Widerstände gegenFlorenz nachdrücklich unterstützte 13 . Die ganze Stadt war auf-gebracht, als sie erfuhr, daß er es insgeheim mit Venedig hieltund sie, wäre die Furcht vor Frankreich nicht gewesen, am lieb-sten ganz' zugrunde gerichtet und unterjocht hätte 14 . Als nunder Mönch Laurus Bossi, Sproß einer vornehmen mailändischenFamilie und als Unterhändler des Mohren bekannt 15 , EndeJanuar 1498 nach Florenz kam, sah er sich gezwungen, bei Nachtund Nebel zu entweichen, da er bei den Fraieschen im Verdachtestand, vom Mohren zum Sturze der Verfassung und zur ErhebungLorenz de' Medicis abgeordnet zu sein 16 . Bei aller Hinneigung zurLiga blieb man in beiden Lagern eben doch überzeugt, daß manPisa von ihm nicht erhalte, in keinem Falle aber die einträglichenfranzösischen Handelsbeziehungen durch einen Bruch mit demKönige aufs Spiel setzen dürfe. Die Ligamächte, sagte man sich 17 ,können versagen, der gegenwärtige Papst hat das ewige Lebennicht und wird überhaupt keinen langen Bestand haben. Ver-trauensvoller denn je warfen sich die Piagnonen in die Arme desKönigs, der, wie Nachrichten aus Frankreich, Mailand und Bo-logna meldeten, zum italienischen Zuge rüstete. Es hieß sogar,er habe einen Eid aufs Meßbuch geschworen, den FlorentinernHilfe zu leisten, ja der florentinische Gesandte habe den Beicht-vater des Königs, einen Bischof aus dem Dominikanerorden, be-stürmt, dem Herrscher die sakramentale Lossprechung zu ver-sagen, wenn er sein den Florentinern längst gegebenes Ver-sprechen nicht endlich halte 18 . Nur forderte der König immer