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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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XXIV. Kapitel.

DIE PREDIGTEN ÜBER EXODUS.DIE FÜRSTENBRIEFE.

Die Pest hatte Mitte August nachgelassen, noch vor Allerheili-gen kehrten die Brüder von ihrem unfreiwilligen Landaufenthaltenach S. Marco zurück 1 , wo sie ihren Oberen in zuversichtlichsterStimmung antrafen. Heller denn je erstrahlte sein Ruhm. Ebendamals wurde eine Denkmünze auf ihn geprägt, auf der Vorder-seite sein Brustbild mit der Umschrift:Hieronymus Savonaroladoctissimus", auf der Rückseite die Stadt Rom, darüber eine Handmit einem Schwerte und den Worten:Gladius Domini super ter-ram cito et velociter 2 ." So wenig wie sein Ansehen hatte die Zahlseiner Anhänger unter der Wirkung des Bannes erheblich gelit-ten. In den Monaten November und Dezember lag die höchsteGewalt wohl geborgen in Händen einer Signorie, der in P. A. So-derini einer seiner verlässigsten und klügsten Verehrer als Ban-nerherr vorstand. So hoffte er noch immer auf Verständigungmit Rom. Mit dem Gesandten Alexander Bracci persönlich be-freundet 3 , ward er von diesem durch Vermittlung seines Schwie-gersohnes Sebastian von Firenzuola über die wichtigsten römi-schen Vorgänge wie über die Stimmung des Papstes, des Kardi-nalprotektors Caraffa, des Ordensprokurators Franz Mei undanderer führender Persönlichkeiten, wie Anton Pazzi 4 , ständigauf dem laufenden erhalten. Wohl auf Grund solcher Nachrich-ten äußerte er in einer Unterredung mit dem ferraresischen Bot-schafter, die Versöhnung sei bereits in die Wege geleitet und derPapst ihr geneigt; gelinge sie wirklich, so dürfte er sich dies zurhöchsten Ehre anrechnen, besonders da er sich den vom HeiligenStuhle gestellten Bedingungen nicht unterworfen habe 5 . Alleinganz anders als er und die Piagnonen sahen die römischen Prä-laten die Lage an. Je entschiedener er die Gültigkeit des Bannesbestritt, desto mehr widerrieten sie dem Papste eine Los-sprechung, durch die der Ehre und Würde des Heiligen Stuhles

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