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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DER TRIUMPH DES KREUZES

larven; insofern bildete derTriumph des Kreuzes" den krönen-den Schlußstein seines Lebenswerkes. Wie er überall daraufausging, den christlichen Geist voll und ungebrochen, ohneschwächliche Abstriche und Zugeständnisse an den Zeitgeist,durchzusetzen, so kam er den Gegnern auch im philosophischenStreite nirgends entgegen. Er verlor sich ihnen zuliebe nirgendsauf das schlüpfrige Bereich platonischer oder aristotelischer Mei-nungen, sondern stellte sich entschieden auf den festen Bodender christlichen Erfahrungstatsachen," von denen aus er Schrittfür Schritt weiter vordrang. Er gliederte sein Werk in vierBücher. Im ersten handelte er vom Dasein Gottes, von derVorsehung und Unsterblichkeit, im zweiten von der Wahrheitdes christlichen Glaubens im allgemeinen, im dritten von denchristlichen Glaubens- und Sittenlehren im besonderen und ihreminneren Einklänge, im vierten von der Unhaltbarkeit der heid-nischen, jüdischen, mohammedanischen und ketzerischen Reli-gionslehren. Das Schwergewicht ruht auf dem zweiten Buche,das die Überlegenheit der christlichen d. h. der römisch-katholi-schen Beligion auf Grund der Überlegenheit des christlichenLebens erhärten will. Ein kühnes Unterfangen fürwahr, zur Zeiteines Alexanders VI. und angesichts des vom Frate selbst so bit-ter beklagten allgemeinen kirchlichen Verderbens das christlicheLeben zum Hauptbeweise der christlichen Lehre zu stempeln!Aber wie er schon Jahre zuvor in einer Predigt, die als erster Ent-wurf des späteren reifen Werkes zu betrachten ist 88 , dargelegthatte, triumphiert das christliche Leben über alle Wege der Philo-sophen und anderen Beligionen, weil es das erhabenste Ziel ver-folgt, den Besitz und Genuß Gottes selbst, wodurch man ihn vonAngesicht zu Angesicht schaut und umarmt. Wie nun keine Reli-gion dem Menschen ein höheres Ziel zu stecken vermag als diechristliche, so vermag ihm auch keine so wirksame Mittel zurErreichung dieses Zieles zu bieten wie die christliche, nämlich dieReinheit des Herzens mittels der durch die heiligen Sakramenteeingegossenen göttlichen Gnade. Wahre Christen vollbringenwahre Wunder gottseliger Frömmigkeit, Entsagung und Tugend.Nur die frommen Christen sind aber die wahren Christen im vol-len Sinne des Wortes, und auch zur Zeit des tiefsten Verderbensfehlt es nirgends an ihnen. In den Augen des Frate ist derHauptbeweis der christlichen Religion die ideale christliche Wirk-