DOM. BENIVIENI 43g
heidnische Unglaube bereits angerichtet hatte. Während nun dieStadt zuvor voll heidnischer' Sitten und Bräuche, voll von Wucher,Sodomie, Spielwut und anderen Gottlosigkeiten war, zog das Wortdes Frate einen augenfälligen Umschwung zu christlicher Ehr-barkeit und Frömmigkeit nach sich, worin der deutlichste Beweisseiner göttlichen Sendung und der Wahrheit seiner Lehre gelegensei. „Den Einwendungen und Verleumdungen eines Freundes"gegen den Bruder Hieronymus zu Ferrara begegnete Dominikusin einem Briefe 49 , der sich besonders die Widerlegung der Angriffeauf die Prophetien des Frate, auf seinen angeblichen Ungehorsamgegenüber der römischen Vorladung sowie auf seine Beteiligungan der Politik zur Aufgabe setzte. Ein neues Zeugnis von derWahrheit der Predigt seines Meisters legte Benivieni in Formeines Zwiegespräches 50 mit einem soeben von weiter Beise heim-gekehrten „Wahrheitsfreunde" ab, der von dem ungeheuren Auf-sehen erzählte, das Savonarolas Auftreten überall erregt habe. AufErsuchen des „Wahrheitsfreundes" führt Benivieni die Schrift-steller auf, die sich seine Verteidigung angelegen sein ließen:Meister Georg Benigni, Bartholomäus Scala, Johannes Nesi undPaul von Nola, Minoritenobservant und Verfasser einer großenAbhandlung 51 mit vielen Briefen an verschiedene Herrscher.Unter den Schriften, die gegen den Frate erschienen, erwähntBenivieni an erster Stelle ein Pamphlet mit dem Titel „Italia" 52 ,das sich wider ein Schreiben des Frate an den französischen Königwandte, aber so von Beschimpfungen strotzte, daß sich selbst dieGegner seiner schämten. Überhaupt geht der Widerspruch gegenSavonarola von lasterhaften Leuten aus, die sich durch ihn inihrem lichtscheuen Treiben behelligt fühlen, besonders vonschlechten Priestern und Mönchen. Will sich der Freund mitden Schriften des Predigers bekanntmachen, so sind „Der Abrißder Offenbarungen", „Die Einfalt des christlichen Lebens", dieAbhandlungen über die Liebe zu Jesus, über das Gebet, über dieDemut, über die Liebe, über das Witwenleben und über die zehnGebote Gottes, das Zwiegespräch „Trost meiner Wanderschaft",eine vierfache Auslegung des Vaterunsers und des Psalms „Quiregis Israel" und eine warme, aber ungedruckte „Erklärung desganzen Psalters" zu empfehlen. In Bälde wird „Der Triumph desKreuzes" mit einer ganz neuen Begründung des Glaubens erschei-nen; und wenn der Freund die kurze „Anleitung für die Beicht-