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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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POGGIO BRACCIOLINI 4 37

der Florentiner zu wehren 34 . Auch an Beziehungen seiner Familiezu S. Marco fehlte es nicht. Sein älterer Bruder Peter Paul,geboren 1438, war 1457 als Mönch in S. Marco eingetreten, aberallerdings schon 1464 zu Bom als Prior der Minerva an der Pestgestorben, die er sich im Dienste christlicher Nächstenliebe zuge-zogen hatte 35 . Kaum war nun Savonarola mit dem Kirchenbannebelegt worden, als Johann Franz Poggio, der als trefflicher Kano-nist gerühmt wurde 36 , die günstige Gelegenheit, sich das Wohl-gefallen des Papstes zu erwerben, ergriff und eine FlugschriftGegen den Bruder Hieronymus, den Erzketzer 37 ", verfaßte, dievom Papste dem Drucke übergeben und überall verbreitet 38 , vonHartmann Schedel aber 1498 zu Nürnberg abgeschrieben wurde 39 .Mit dem Frate stimmte Poggio darin überein, daß das Gebot einesObern, wenn es zur Sünde verpflichtet und der Liebe Gottes unddes Nächsten sowie dem Gesamtwohle zuwiderläuft, null undnichtig sei. Dagegen suchte er nun aber den Nachweis zu erbrin-gen, daß diese Voraussetzung bei der dem Frate gewordenen An-ordnung, S. Marco mit der tuszischen Kongregation zu vereinigen,eben nicht zutraf, weshalb dann auch der Bann vollauf zu Bechtbestand.. Der Papst sowohl wie der Kardinal von Neapel mein-ten ja doch, dem Frate den größten Dienst zu erweisen, als siediese Kongregation, die ganz nach dem Muster und Vorbilde dersoeben von ihm selbst begründeten Kongregation von S. Marcogebildet war, errichteten. Er wäre daher zum Gehorsame um somehr verpflichtet gewesen als seine Brüder, als fromme Männerbekannt, die etwa weniger eifrigen tuszischen Ordensgenossendurch ihr gutes Beispiel zu größerer Frömmigkeit hätten ent-flammen können, wie ja auch Christus mit Zöllnern und Sündernverkehrte, um sie zu gewinnen. Ebenso war der Papst berech-tigt, ihm die Predigt zu untersagen, die er ja, da sie eigentlichnur den Bischöfen zusteht, nicht bloß einem einzelnen Ordens-gliede, sondern dem ganzen Orden entziehen könnte. ,Als zweiterAntichrist führt der Frate mit dem Papste nicht bloß Krieg,sondern tritt ihn mit Füßen. Mit Lug und Trug und fanatischenVorspiegelungen sät er Haß und Zwietracht und schüchtert dieBürger mit den zahllosen Scharen seiner Kinder ein. Auf dieMenge seiner Anhänger, wie Mohammed, gestützt, empört er sichwider Rom, ein neuer Arius, Nestorius und Manichäus. Er istkein Prophet, sondern ein Lügenschmied und hat nicht bloß keine