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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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436
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436 DIE FLUGSCHRIFTEN

Frate heraus, die in Form eines Zwiegespräches, unter Berufungauf Matth. 16, 19, die Pflicht schlechthiniger Unterwerfungunter die Gebote des Papstes ohne Rücksicht auf ihre sittliche Er-laubtheit oder Unerlaubtheit behauptete.Jedenfalls hätte sichder Frate", so schrieb Porcius,der päpstlichen Aufforderunggemäß nach Rom begeben und dem Hohenpriester zeigen sollen,(Matth. 8, 4), um sich von ihm von der französischen Krankheitheilen zu lassen, mit der er behaftet war" eine witzige Anspie-lung auf die französische Politik des Frate. Wohl hauptsäch-lich diesem Witze verdankte es die im übrigen herzlich unbe-deutende kleine Schrift, daß sie 1521 bei Johann Grunenberg inWittenberg mit noch zwei anderen auf den Frate bezüglichenSchriftstücken nachgedruckt wurde 2 ".

Der feilen Schar höfischer Schmeichler gehörte auch JohannFranz Poggio Bracciolini 29 an, der jüngste Sohn des berühmtenHumanisten. 1443 zu Florenz geboren und seit 1489 Kanonikusan der Domkirche seiner Vaterstadt, suchte er gleichwohl in Romsein Glück, ohne es hier trotz all seines Mühens zu höheren Wür-den und Ehren zu bringen als zum Abbreviator in der ApostolischenKanzlei und zum Pfarrer vom Lateran. Vergeblich griff er immerwieder zur Feder, um sich dem jeweiligen Papste in empfehlendeErinnerung zu bringen. Zur Zeit Julius II. gab er eine SchriftÜber die Gewalt des Papstes 30 " heraus, worin er die Oberhoheitdes römischen Bischofs über die gesamte Kirche und um so mehrüber das Konzil zu erweisen suchte. Seinem Landsmanne Leo X.nahte er in der SchriftÜber das Amt eines wahren Hirten 31 "mit der Klage, daß die Schriftsteller nun keine Belohnung mehrerhielten; widme man dem Papste ein Buch, so werde man zwardafür gelobt, gehe aber leer aus und habe Arbeit und Ausgabenverloren. In seinen alten Tagen erniedrigte er sich sogar nochzum Spaßmacher Leo X. 32 . Es war alles umsonst. Mit knapperNot rückte er zum Sekretäre des Papstes empor; er starb am25. Juli 1522, 79jährig, und wurde in der KamaldulenserkircheS. Gregor beigesetzt, wo sein Grabmal noch erhalten ist 33 . An denGeschicken seiner Vaterstadt nahm er stets regen Anteil, so weniger politisch auf ihrer Seite stand. Größten Anstoß erregte er beiseinen Landsleuten, als er im Juli 1500 abfällige Äußerungen überden König von Frankreich machte und gar erklärte, die Pisanerhätten ganz recht, sich wider die Tyrannei und Eroberunglust