DIE PEST
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Betrübten zu trösten, sowohl die Mönche als auch die Laien 95 .Unglaublich sei die Seelenfreude der Gläubigen im Leben undSterben. Wenn sie, Mönche wie Laien und Frauen, ihre Seelenin die Hände ihres Schöpfers zurückgäben, so stürben sie nicht,sondern schliefen nur ein, hätten auch keine Furcht vor dem Tode,sondern ersehnten ihn vielmehr. Doch fehlte es unter den Mön-chen von S. Marco keineswegs an solchen, die größere Angst vordem Sterben als selbst Laien hatten. Zu ihnen zählte Peter Paulde Beccuto 06 , dem der Frate seine Zaghaftigkeit in einem Schreibenvom 8. August 1497 ernstlich verwies. Einmal müssen wir ja dochsterben, schrieb er an ihn 07 , und wir sollten froh sein, wenn unsder Tod jetzt hinwegrafft, da er uns ein anderes Mal vielleicht nichtmehr so wohl vorbereitet antrifft. Gestern ließ mich P. Baptistvon Faenza bitten, den Brüdern zu sagen, sie möchten ihn durchihr Gebet nicht länger vom Sterben und von der Heimkehr inshimmlische Vaterland zurückhalten 08 . Mönche sollten den Todnoch viel weniger als Laien scheuen, wie denn diejenigen, die hierim Kloster der Pest erlagen, so heiter, als wenn sie zur Hochzeitgingen, verschieden. Ähnliche Mahnworte richtete der Prophet anseine Untergebenen in einem Bundschreiben vom 15. Juli1497, worin er ihnen Batschläge gegen die geistige Pestzur Zeit der leiblichen erteilte". Er legte ihnen ans Herz, die hei-ligen Sakramente fleißig zu empfangen und sich vor dem Todein dem Bewußtsein nicht zu fürchten, daß wir früher oder späterja doch sterben müssen. Er empfahl ihnen ferner, den Krankenbeizuspringen und die Arzneimittel nicht zu verschmähen, dennauch die ärztliche Kunst sei eine Gottesgabe. In einem neuenRundschreiben vom 4. August 1497 forderte er seineMönche z urAusübung allerGottes-undNächsten-1 i e b e 100 auf, der Wurzel alles christlichen Lebens, die höherstehe als alle Gebete, Abtötungen und Studien und sich jederzeitund überall, in gesunden wie in kranken Tagen, verwirklichenlasse, so daß der wahre Christ mit dem Philosophen sprechenkönne: „Omnia mea mecum porto."