DIE UNTERSCHRIFTEN ZUGUNSTEN DES FRATE 425
den mitbringen." Die Liste war in kurzer Zeit mit den Namenmehrerer Hunderte von Bürgern bedeckt 70 ; an ihrer Spitze prangteAgamemnon Mariscotti, der Potestä von Florenz. Seinem Bei-spiele folgten Männer wie Dominikus Bonsi, der Arzt Anton Beni-vieni und sein Bruder Hieronymus, Hieronymus und PeterCinozzi, Franz Valori, Jakob, Alamanno und Lorenz Salviati,Lorenz Tornabuoni, Andreas Cambini, mehrere Strozzi, Rucel-lai, Pitti, Albizzi Cavalcanti, Macchiavelli 77 u. a. Ob die Ein-gaben und Listen nach Born abgingen, läßt sich nicht sicher ermit-teln 78 . Ohne Zweifel hätten sie noch viel zahlreichere Unter-zeichner gefunden, wären sie nicht sofort Gegenstand heftigsterAngriffe geworden. Die Arrabbiaten schlugen über die Unter-schriften, die sie zu einer Art Verschwörung zur Errichtung einerFrateschen Parteiherrschaft unter Führung Valoris aufbausch-ten 79 , den größten Lärm auf, vergaßen aber vollständig, daß sieselbst mit Unterschriften zum Sturze des Frate und zur Aufrich-tung einer arrabbiatischen Aristokratenherrschaft den Anfang ge-macht hatten. In den Sitzungen, die von der Signorie zur Bera-tung über die wider die Unterzeichner zu ergreifenden Maßregelnveranstaltet wurden, unterließen die Frateschen nicht, darauf hin-zuweisen, daß diese Unterschriften das Wohl der Stadt nicht ge-fährdeten, sondern lediglich der Bezeugung des guten Rufes einesanderen dienten, was etwas an den Höfen und Gerichten ganzAlltägliches sei. G. A. Vespucci dagegen empfahl im Sinne derArrabbiaten, sie zu beschlagnahmen und dafür zu sorgen, daß sienicht nach Rom gelangten, denn es sei nicht zu bezweifeln, daßsich die römischen Prälaten die Gelegenheit nicht entgehen ließen,Geld aus ihnen zu schlagen, besonders wenn der Papst die Unter-zeichner mit dem Banne belegen sollte 80 . Da die Verhandlungenim Signorenpalaste zu keinem Ergebnisse führten, so verdoppel-ten die Arrabbiaten ihre Anstrengungen, um die Unterzeichner inRom anzuschwärzen, auf daß sie vom Papste ob ihres Wider-standes gegen seinen Spruch bestraft und in die ewige Stadt zurVerantwortung vorgeladen würden; aber auch das gelang ihnennicht 81 .
Die traurige Lage, in welcher sich die Stadt dank ihrer partei-politischen Zerrissenheit befand, ward im Sommer 1497 nochdurch eine bösartige Seuche verschärft, welche die Menschen inwenigen Tagen dahinraffte, und alte wie junge, gut wie schlecht