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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DER FRATE TRÖSTET DEN PAPST

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auch die Sache des Frate übertragen 47 ; in auffälligster Weiseschien sich seine Prophetie von der Erneuerung der Kirche durchdas Schwert zu erfüllen 48 . Der Frate selbst ließ die günstige Ge-legenheit, die sich eben jetzt bei der weichen Stimmung des Pap-stes zu einer Aussöhnung mit ihm darbot, nicht ungenützt; errichtete ein neues Schreiben 49 an ihn und bat in allgemein gehal-tenen Wendungen, er möge den Einflüsterungen der Gottlosenkein Gehör schenken, dann werde ihm der Herr das öl derFreude statt des Geistes der Trauer und Trost in jeder Trübsalgewähren. Alexander VI. zeigte sich, wie Bracci berichtete 50 ,einer Zurücknahme des Bannes nicht abgeneigt; es tue ihm leid,äußerte er zum Kardinale von Perugia, daß der Spruch eben jetztveröffentlicht worden sei, was seinem Sinne durchaus nicht ent-spreche. Der Gesandte hätte nun auch wenigstens seine vorläufigeAufhebung erreicht, wären nicht Briefe aus Florenz eingelaufen,die alles verdarben. Der Papst berief nun den Botschafter mitmehreren in Rom ansässigen Florentinern zu sich und rief Gottzum Zeugen an, er habe bereits begonnen, dem Frate seine Gunstwieder zuzuwenden, nachdem er einige schöne Schreiben von ihmerhalten, die er im Konsistorium habe verlesen lassen. Da nunaber der Frate eine Flugschrift gegen den Bann veröffentlicht unddiesem zum Trotze die Messe vom heiligen Geiste gelesen habe,so solle die volle Strenge der kanonischen Bestimmungen überdie hartnäckigen Empörer der Kirche wider ihn zur Anwendunggelangen. Gleichwohl sei er der Stadt immer noch wohlgeneigtund bereit, ihr Pisa zurückzustellen, falls sie einwillige, daß derFrate zu seiner Rechtfertigung persönlich in Rom erscheine. Essolle ihm nichts zuleide geschehen, sondern volle Sicherheit ver-bürgt werden. Stelle sich dann seine Unschuld heraus, so erwarteihn der apostolische Segen, wenn nicht, ein mildes Gericht. End-lich ließ der Papst dem Jakob de' Nerli seinen Dank für alles aus-sprechen, was er in Sachen des Frate zu seiner Zufriedenheitunternommen habe, und gelegentliche Antwort auf seine dreiBriefe in Aussicht stellen 51 .

Unter solchen Umständen war an eine Verständigung nichtmehr zu denken. Die Dinge waren bereits zu weit gediehen, alsdaß einer der beiden Teile hätte nachgeben können.Wenn derFrate", schrieb Becchi aus Rom 52 ,in die Vereinigung mit denToskanern nicht einwilligt oder sich binnen zweier Monate dem