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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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VERKÜNDIGUNG DES BANNES 41 g

tinischen Verhältnisse zu gründlich eingeweiht, um nicht zu wis-sen, daß die Signorie und ihre Freunde den Kirchenbann, den dieZehn als Verehrer des Frate gerne noch in letzter Stunde ab-gewendet hätten, aus ganzer Seele ersehnten 32 , und die Arrabbia-ten unterließen selbstverständlich nichts, um in Rom das Feueranzublasen und das Eisen zu schmieden, solange es heiß war.Johann von Camerino, der mit der Überbringung der Bannbriefebetraut war, hatte die ewige Stadt bereits verlassen. Da er aberin Florenz wenige Monate zuvor ob seiner Schmähreden gegenden Frate, wie erinnerlich, mit Stadtverweis bestraft worden war,so machte er unterwegs in Siena halt und richtete von da einSchreiben an die Signorie mit der Bitte um Erlaubnis zur Rück-kehr nach Florenz, denn er habe im Auftrage des Papstes wichtigeDinge zu besorgen 33 . Wenn er nun auch die Erlaubnis zur Ein-reise von der Signorie unschwer erlangt hätte, so hatte er dochimmer noch die Zehn und Acht, die eifrige Piagnonen waren,gegen sich. Und so zog er es, von seinen Freunden vor der ernstenGefahr gewarnt, bei seiner Ankunft in Florenz von den Frate-schen in Stücke gehauen zu werden, behutsamerweise vor, sichnach Rom in Sicherheit zu bringen 34 und die Erledigung derRannbriefe einem Stellvertreter zu überlassen. Ihr. Eintreffenverzögerte sich daher zum Verdrusse der Arrabbiaten ganz erheb-lich; denn schon ging die Amtszeit ihrer Signorie dem Ende zu,und es war immer noch nichts geschehen. Am Samstage,,17. Juni, langten die Schreiben endlich an, und so wurde die Ex-kommunikation über den Frate am Sonntage, 18. Juni, in fünfOrdenskirchen, nämlich bei den Franziskanerobservanten vonS. Miniato, bei den Augustinern in Heilig Geist, bei den Domini-kanern in S. Maria Novella, bei den Benediktinern in der Abteiund bei den Serviten, unter Glockenklang in Gegenwart derMönche und Gläubigen und beim Scheine brennender Kerzen,die sodann ausgelöscht wurden, feierlich verkündigt 35 . Bei HeiligGeist nahm P. Leonhard, der uns schon bekannte Prediger undheftige Gegner des Frate, die Handlung vor 30 ; welche Genugtuungmochte es ihm bereiten, dem verhaßten Widersacher den Fuß inden Nacken setzen zu dürfen! In den übrigen Kirchen der Stadtwurden die Bannbriefe nicht angenommen, da der ApostolischeVikar nicht, wie es die Vorschrift verlangte, persönlich erschienenund die Verkündigung lediglich das Werk feindlicher Parteileiden-

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