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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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418
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418 DER KIRCHENBANN

ihrer baldigen Rückkehr nach Florenz rechnen. Mit diesemBerichte Becchis stand die Meldung Braccis 28 durchaus im Ein-klänge, er habe Seine Heiligkeit zu beschwichtigen gesucht unddarauf hingewiesen, das florentinische Volk werde sich ein unge-rechtes Vorgehen wider den Frate bei seiner Beliebtheit, wunder-baren Lehre und Sittenreinheit, sowie außerordentlich segens-reichen Wirksamkeit nicht ohne weiteres gefallen lassen. Dieshabe der Papst ruhig hingenommen, und so würde wohl alles nochgut, falls die Signorie ein besänftigendes Schreiben nach Romrichte. Der Kardinal Lopez von Perugia und der Bischof LudwigPodocataro von Capaccio seien bereits für den Frate gewonnenund nicht abgeneigt, für ihn einzutreten, und das sei bei ihremEinflüsse auf den Papst schon viel. Weniger Verlaß sei dagegenauf den Kardinal Caraffa von Neapel. Aber selbst dieser beteuertein einer Unterredung mit Becchi 27 , er habe von diesen Brevenniahts gewußt und bedaure, daß man ihn nicht zuvor in Kenntnisdavon gesetzt und den Johann von Camerino, einen Feind derStadt Florenz und des Frate, mit der Überbringung betraut habe.Übrigens habe sich der Kardinal Medici mit großem Lobe überden Frate ausgesprochen, über den sich auch Peter nicht beklage.Haupturheber des Bannbreves war, wie Becchi auf Grund seinerrömischen Erkundigungen versicherte, der AugustinergeneralMarian von Gennazano, der auch beim Anschlage Peters aufFlorenz die Hand im Spiele hatte; viele Briefe seien damals inseiner Kutte hin und her gegangen. Die Aussicht auf eine gütlicheBeilegung wurde, wie Bracci mitteilte 28 , durch den Brief des Fratean den Papst noch günstiger. Dieser beruhigte sich um so mehr,als ihm die Zehn von Florenz die Versicherung zugehen ließen,der Frate werde ihm stets die größte Unterwürfigkeit und Er-gebenheit bezeigen 29 . Alles" schien sich in Wohlgefallen auflösenzu wollen. Der Kardinal von Perugia und der Bischof vonCapaccio hatten sich geradezu in Fratesche verwandelt, wie dieflorentinischen Gesandten bemerkt haben wollten 30 . Ohne Zwei-fel sahen jedoch diese die Stimmung für rosiger an, als sie war.Die Entscheidung lag tatsächlich beim Kardinalprotektor Caraffa,und das hieß nach Lage der Dinge beim Ordensprokurator FranzMei, der ihn ganz in seiner Gewalt hatte und im Vereine mit demOrdensgenerale unaufhörlich bearbeitete, den Bann doch ja nichtzurückzunehmen 31 . Am römischen Stuhle war man in die floren-