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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DAS BANNBREVE 4i5

schworener Feind des Frate sei 14 . Alle diese Vorstellungen halfennichts. Die hohe Politik verlangte nun einmal den Sturz desFrate, und die Arrabbiaten halfen aus Leibeskräften nach. Am20. Mai veranstaltete die Signorie eine Sitzung, die angeblich dieHerstellung des Friedens unter der Bürgerschaft, in Wirklichkeitaber die Verbannung des Oberen von S. Marco bezweckte undeinen äußerst stürmischen Verlauf nahm 15 . Da sie auf den zähenWiderstand der Piagnonen stießen, so drangen die Arrabbiatenzwar auch diesmal nicht durch, doch das verschlug ihnen wenig.Längst hatten sie das Interdikt über die Stadt in Rom bestellt,falls sich diese ihren Wünschen nicht füge 16 ; der Bannbrief gegenden Propheten aber lag, wie sie wohl wußten, schon seit No-vember zu ihren Diensten bereit 17 . Jetzt hielten sie die rechteZeit zu seiner Veröffentlichung für gekommen; denn jetzt, da sieam Ruder waren, verfügten sie über die Macht, ihm den erforder-lichen Nachdruck zu leihen. Der Ordensprokurator Franz Mei.ein Herz und eine Seele mit ihnen, rieb sich frohlockend dieHände; die Frucht seiner im Breve vom 7. November 1496 schlauausgestreuten Saat war gereift. Von den vielen Kniefällen, dieer, wie er sich später selbst rühmte 18 , in Sachen Savonarolas vordem Papste machte, galt ohne Zweifel einer der Verhängung despäpstlichen Bannes, und überdies hatte er wohlweislich dafür ge-sorgt, daß der Frate auch vom Ordensmeister mit dem Bannebelegt wurde. Der Frate hatte nun zwar die Verkündigung desOrdensbannes in S. Marco zu verhüten gewußt, seine geheimeVerbreitung vermochte er jedoch nicht hintanzuhalten 19 , undgegen die Veröffentlichung des päpstlichen Bannes war er erstrecht vollkommen machtlos.

Am 13. Mai 1497 erging ein Breve, das an die Hauptklöster vonFlorenz gerichtet war und daher in mehreren Abschriften aus-gefertigt wurde. Sicherem Vernehmen nach, so hieß es hier 20 ,habe ein gewisser Bruder Hieronymus Savonarola aus Ferrara,Predigerordens, Vikar von S. Marco, in der Stadt Florenz eine ver-derbliche Lehre ausgestreut, zum schrecklichen Ärgernisse derdurch Ghriste Blut erlösten einfältigen Seelen. In der Hoffnung,,der Bruder Hieronymus werde in sich gehen, habe er, der Papst,ihn zu sich beschieden, dann aber, als er nicht kam, seine Ent-schuldigung hingenommen und überdies, als er mit seinen Pre-digten trotz ausdrücklichen Verbotes fortfuhr, seinen Ungehor-