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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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4i4 D ER KIRCHENBANN

der Liga auf Rechnung des Frate, der erst jüngst wieder alle seinefrüheren Äußerungen über den König von Frankreich bekräftigt,ganz Italien und besonders Rom mit nahem Unheil bedroht unddie Reform der Kirche gefordert habe. Man halte in Rom dafür,selbst wenn sich die Florentiner entschlössen, gute Italiener zusein, so wäre ihnen dies doch ohne Zustimmung des Frate nichtmöglich. Darüber lache man und betrachte es als ganz ausge-schlossen, daß sie je zur Vernunft kämen, solange sie dem Fratedie Herrschaft einräumten. Wenn sich dieser nicht zum Eintrittin die neue Kongregation bequeme, die der Kardinal von Neapelnach reiflicher Überlegung mit anderen Kardinälen und Prälatenerrichtet habe, so werde man den Bann über ihn aussprechen;ohnehin sei er ihm ja bereits öffentlich verfallen, da er dem er-wähnten Vereinigungsbriefe keine Folge geleistet habe. An derligistischen Forderung, Livorno oder Volterra als Pfand zu geben,dürften sich, erklärte man in Rom immer wieder 10 , die Florentinernicht stoßen; denn die Wiedergewinnung Pisas sei für sie vonso großem Vorteil, daß sie Livorno und Volterra zugleich her-geben könnten und doch noch immer ein gutes Geschäft mach-ten. Das einzige Hindernis sei und bleibe eben der Frate; wenner nicht wäre, so hätten sie sich längst tausendmal gebeugt. Ver-geblich beteuerten Becchi und Bracci 11 im Auftrage der Behördeder Zehn, der Frate mische sich in Staatsgeschäfte nicht ein, habesich auch dem Papste gegenüber stets klug und vorsichtig benom-men und in seinen Predigten niemals zu persönlichen Angriffenfortreißen lassen; wer in Rom etwas anderes behaupte, der stehemehr im Banne der Leidenschaft als der Wahrheit. Am päpst-lichen Hofe war nun einmal die Meinung verbreitet, der Prophetgefalle sich in unaufhörlichen persönlichen Verunglimpfungen desPapstes, zumal da auch Johann von Camerino nach seiner Rück-kehr aus Florenz dem Papste mitgeteilt hatte, der Frate lassenicht ab, Seine Heiligkeit zu schmähen und zu lästern. Wohlnahm Bracchi 12 den Frate mit der Versicherung in Schutz, dasseien böswillige Verleumdungen, von scheelsüchtigen Nebenbuh-lern und Verfolgern ausgestreut; zu ihnen zähle ganz besondersjener Johann von Camerino, der als Ehrabschneider und Ohren-bläser keinen Glauben verdiene, zumal da er der gegnerischenPartei angehöre und mit Meister Marian von Gennazano untereiner Decke stecke, der, wie seine Predigten lehrten 13 , ein ge-