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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DER PAPST UND DIE MEDICI 403

Schmeichelei eingegeben. Der Herzog möge selbst urteilen, ob esnicht in seiner Macht stand, Florenz zu verderben, und ob nichtschließlich er es gewesen sei, der das drohende Unheil ver-scheuchte. Wenn nun aber in der Hand des Herzogs Glück undUnglück beschlossen liege, so möge er sich doch auch von Barm-herzigkeit und Mitleid leiten lassen und die Medici in ihre Heimatund Herrschaft zurückfuhren. Wenn der Herzog nur wollte, soließen sich alle Schwierigkeiten beseitigen, denn ohne Schmei-chelei dürfe man bekennen, daß er die Welt nach seinem Ge-fallen lenke 91 . Seien die Medici auch nicht gerade durch ihn ver-trieben worden, so hätten sie unter der ihnen von seiner Lanzegeschlagenen Wunde doch so lange zu leiden, als er sie nicht wie-der in ihre Herrschaft einsetze. Es sei jetzt nicht die Zeit, zuuntersuchen, ob sie seinen Unwillen wirklich verdient hätten, son-dern nur, an seinem Herzen solange anzuklopfen, bis es sich zurBarmherzigkeit rühren lasse. Bibiena richtete jedoch wenig aus.Der Mohr bestätigte ihm den Empfang seines Klagesanges ineinem frostigen Schreiben, in dem von einer Erfüllung seinerBitte keine Rede war 92 .

Wie auf die Unterstützung des Mohren, so sahen sich die Me-dici auf die Hilfe des Papstes angewiesen; solange dieser jedochmit den Orsini, ihren nächsten Verwandten, im Kriege lag, durftensie sich von ihm nichts erwarten. Alexander VI. beschwerte sichaufs bitterste über das schlechte Benehmen Peters und des Kar-dinals Medici, die auf den Vorteil der Orsini noch mehr als dieOrsini selbst bedacht seien; nur die Rücksicht auf den Herzogvon Mailand halte ihn von einem strengeren Vorgehen widersie zurück 93 . Der mailändische Gesandte Stephan Taberna suchteihn zu besänftigen, ermahnte aber auch die Brüder Medici, sichmit dem Papste gut zu stellen, wenn sie nach Florenz zurück-kehren wollten 94 . Zu Beginn des Jahres 1497 kam es jedoch zueiner Verständigung zwischen den Orsini und dem Papste, diedieser zunächst freilich für äußerst nachteilig für sich hielt. Erbeklagte sich bei den Gesandten der Ligamächte über denschmachvollen Vertrag, zu dem er sich gezwungen gesehen unddurch den er sich zum geschmähtesten Papste gemacht habe, derje auf dem Heiligen Stuhle gesessen sei. Habe er sich doch auf-rührerischen Untertanen beugen müssen, die ihn immer nur mitgrenzenlosem Schimpfe überhäuft und in Komödien verhöhnt hät-

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