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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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HADER UNTER DER BÜRGERSCHAFT

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unter den Frateschen, die sich in S. Marco mit dem Frate, Do-minikus von Pescia und Silvester Maruffi zu besprechen pflegten 04und mit Fug hätten entgegnen können, es sei immerhin wenigerbedenklich, in Florenz selbst unter den Augen der Signorie mitden eigenen Mitbürgern über die politischen Tagesereignisse, alszu Mailand mit dem Mohren über eine"Umwälzung der Staats-verfassung Zwiesprache zu halten. Die Behauptung der Arrab-biaten aber, in der Stadt könnte die Eintracht erst wieder ein-kehren, wenn die verderbliche Wirksamkeit des Frate brach-gelegt sei 65 , richtete sich von selbst. Die Arrabbiaten wußten sehrgut, daß der Hader im Schöße der florentinischen Bürgerschaftdurchaus nicht erst von ihm herrührte, sondern erheblich älterenUrsprungs war; und sie sollten es erleben, daß er nach ihm nichterstarb. Wäre es den Arrabbiaten mit der Aussöhnung der Par-teien ernst gewesen, so hätten sie nicht auf Untergrabung, son-dern auf Unterstützung der Tätigkeit des Frate bedacht seinmüssen. Denn gerade er hatte wie sonst niemand an der" Her-stellung des Friedens und der Ruhe gearbeitet und soeben nocheine Aussöhnung zwischen den ersten Bürgern, besonders zwi-schen Valori und Peter Philipp Pandolfini zuwege gebracht 66 .Was die Arrabbiaten mit dem Propheten im Sinne hatten, warso sehr stadtbekannt, daß sich die Piagnonen gezwungen sahen,nicht bloß die Schar der Bewaffneten zu verdoppeln, die ihn aufdem Wege zur und von der Predigt zu geleiten pflegte, sondernauch in mehrere Häuser der Straße del Cocomero 67 , die vonS. Marco zum Dome führte, Soldaten zu legen, die ihm im Not-falle beispringen könnten. Die Arrabbiaten behaupteten freilich,der Frate umgebe sich nur aus Heuchelei mit Bewaffneten, umsich größeres Ansehen zu verschaffen und mit seiner Beliebtheitund Volkstümlichkeit zu prahlen, seine Gegner aber verhaßt zumachen 68 . Die Ereignisse selbst führten aber eine sehr deutlicheSprache und straften sie Lügen. Sie lehrten vielmehr, daß dieFürsorge der Frateschen durchaus geboten und die Lebensgefahr,in welcher der Frate ständig schwebte, keineswegs nur eingebil-det war 60 .

Ein harter Schlag war für die Frateschen die Nachricht,;Karl VIII. habe einen Waffenstillstand mit der Liga geschlossen jund stelle es seinen Bundesgenossen anheim, sich mit ihr nun :auch selbst abzufinden 70 . Es regnete nun Vorwürfe auf den