Druckschrift 
1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
383
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DAS VERHÄNGNISVOLLE BREVE 383

Bestätigung nicht wohl versagen ließ, für immer gesichert. Demwar abzuhelfen, wenn man ihr durch Eingliederung neuer Klö-ster neuen Geist einzuflößen und diesem das Übergewicht über *"**& *'f~*~den ferraresischen Sauerteig zu verschaffen suchte; und so ge-schah es. Franz Mei setzte das Breve vom 7. November 1496durch 70 , kraft dessen die Klöster S. Maria von der Eiche beiViterbo, Heilig Geist in Siena, S. Katharina in Pisa, S. Sabina inRom und S. Dominikus in Gemignano von der lombardischenKongregation, der sie bisher einverleibt waren, getrennt und zu-sammen mit den Klöstern S. Maria über der Minerva in Rom,S. Maria zu den Stufen in Viterbo, S. Dominikus in Perugia,S. Dominikus in Cortona, S. Agnes in Montepulciano, S. Marcoin Florenz, S. Dominikus in Fiesole, S. Maria vom Felsen, S. Do-minikus in Prato, S. Roman in Lucca und S. Dominikus in Pi-stoja zu einer neuen römisch-tuszischen Kongrega-tion vereinigt wurden 77 . Diese sollte der Botmäßigkeit eineseigenen Generalvikars unterstehen, der für die nächsten zwei Jahrevom Kardinalprotektor im Einvernehmen mit dem Ordensgeneralzu ernennen, nach Ablauf dieser Frist aber von den Klostervor-ständen der Kongregation selbst vorschriftsmäßig zu erwählenund vom General zu bestätigen war. Jeder irgendwie gearteteWiderspruch gegen die neue Kongregation wurde unter Strafe desvon selbst eintretenden Kirchenbannes verboten; dagegen erhieltsie durch ein neues Breve vom 6. Dezember die Vollmacht, Or-densgenossen aus jeder anderen Kongregation, also auch ausS. Marco, aufzunehmen 78 .

Mit diesem Breve hatte Franz Mei dem Frate die unentrinnbareSchlinge um den Hals geworfen, die ihn über kurz oder lang un-fehlbar zu Fall bringen mußte. Die Sache war, das ließ sich nichtleugnen, mit äußerster Vorsicht und Schlauheit eingefädelt. Wieeinst Lorenzo Medici, so bediente sich nun auch der Papst desaltbewährten, soeben noch von einem Gehilfen des Mohren 79empfohlenen Mittels, den Mönch durch Mönche aus dem Feldezu schlagen. Er vermied in seinem Schreiben selbst den Schein,als sei die Anordnung gegen den Frate gerichtet, der darin über-haupt nicht genannt war. Er mutete diesem auch nicht die Rück-kehr zu den Lombarden zu, denen im Gegenteil selbst eine Reiheder wichtigsten Klöster entzogen wurde. Was er aber erreichenwollte, das setzte er mit tödlicher Sicherheit durch: die Absetzung