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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DIE RöMISCH-TUSZISGHE KONGREGATION

sahen ja bereits, wie er es mit den Studien in dem von ihm in Aus-sicht genommenen Idealkloster gehalten wissen wollte 42 . GrößtesGewicht legte er auf die biblischen Studien, die von den Brüdernseiner Anweisung gemäß in der Weise betrieben wurden, daß dieAnfänger der Ermittlung des wörtlichen, die Fortgeschrittenenund die Priester dem allegorischen, die Greise aber dem anagogi-schen Sinne besondere Aufmerksamkeit zuwandten 43 . Dagegenpflegte er vor den juristischen Studien eindringlich zu warnen 44 ;seine wahren Jünger waren als begeisterte Verehrer der HeiligenSchrift bekannt und als solche nach seinem. Tode Gegenstandmancherlei Schimpfes, wie sie auch mit der Bibel die bösen Geisterbannten, die in S. Lucia ihr Unwesen trieben 45 . In dem LucchesenSanti Pagnini (14701536) brachte die Schule Savonarolas einenGelehrten hervor, der sich durch seine gründliche Kenntnis derhebräisch-rabbinischen Sprache und Literatur, durch seine genauan den hebräischen Urtext anknüpfende Bibelübersetzung wiedurch sein hebräisches Wörterbuch nicht nur die Gunst Leo X.,sondern auch den Beifall der Bibelforscher erwarb 46 .

Mehr als alles lag dem Oberen von S. Marco jedoch die religiöseAusbildung und Hebung seiner Pflegebefohlenen am Herzen; er ließkeine Gelegenheit unbenutzt, sie auf dem Wege zur Vollkom-menheit zu fördern und mit ernstem Ordensgeiste zu durchdrin-gen. Nicht zufrieden damit, daß er sie an seinen Predigten imDome teilnehmen ließ, hielt er zu Hause regelmäßig am Freitagenoch eigene Vorträge für sie 47 und richtete überdies noch bei denverschiedensten Anlässen das Wort an sie, um sie wie die Laien,die das Kloster besuchten, mit Ewigkeitsgedanken zu erfüllen:von solchen Vorträgen kamen manche auf uns, so eine Anspracheam Vorabende des Weihnachtsfestes 48 . Kaum hatte er einst, manbeging eben das Fest Johannes des Täufers, bemerkt, daß sicheine Menge frommer Gläubigen im Kloster eingefunden hatte, alser sie samt den Brüdern auf dem schwellenden Rasen im GartenPlatz nehmen ließ und mit einer Anrede erfreute, die alle zuTränen ergriff 49 . Ein andermal hatte er den Altar einer Kapellemit einem Kunstwerke von entzückender Schönheit geschmückt,das die seligste Jungfrau mit dem schlummernden Jesuskinde dar-stellte, beide von solcher Natürlichkeit, daß sie wie lebenderschienen und den Blick des Beschauers nicht mehr freigaben.Vor diesem Bildnisse ließ er nun die Mönche und zahlreich her"-