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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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370 DIE RÖMISCH-TUSZISCHE KONGREGATION

nur er selbst ihre Gelübde entgegennahm. Angezogen von seinemRuhme, kam Bruder Alfons mit einigen Genossen bis von Spa-nien 17 , um sich in den Verband von S. Marco aufnehmen zu lassen.Es ging im Kloster freilich auch nicht ohne erschütternde Auftritteab, wenn verzweifelte Väter kamen und ihre wider den Willen derEltern eingetretenen Söhne ungestüm zurückforderten 18 , umschließlich, von der überlegenen Ruhe des Oberen entwaffnet, inihr Schicksal ergeben von dannen zu ziehen 19 . Aber nur um dieHerzen der Jünglinge war es dem Frate zu tun, nicht um ihrenGeldbeutel. Er fischte nicht nach ihren Reichtümern und Erb-schaften 20 , wie es in anderen Klöstern so häufig geschah.

Da die Zahl der Brüder von 60 auf mehr als 200 gestiegen war 21 ,so erwiesen sich die Klosterräume als viel zu eng, um sie alle zubeherbergen. Man schuf 1496 Abhilfe, indem man von den Kon-suln der Kaufmannszunft das von S. Marco nur durch ein schma-les Gäßchen getrennte Gebäude der Sapienz pachtete, das ehedemNikolaus von Uzzano als Universität hatte bauen wollen, aber beiseinem Tode in unfertigem Zustande hinterlassen hatte; man rich-tete das Haus, das der Kaufmannsgilde unterstand, zu Zellen einund verband es durch einen unterirdischen Gang mit dem Klo-ster 22 . Die Brüder sahen hierin die Erfüllung des prophetischenWortes, das der Frate ehedem bei der Trennung von den Lom-barden zu Robert Ubaldini gesprochen hatte:Zu enge ist mir derOrt, schaffe mir Wohnraum!"

Und derselbe Andrang wie bei den Männern herrschte bei denFrauen. Von der Predigt des Frate erschüttert, hatte sich die, wiewir schon sahen, mit der Gabe der Prophetie ausgestattete Ca-milla, Gattin Rudolf Rucellais, aus dem vornehmen Geschlechteder Bartolini, mit Einwilligung ihres Mannes von der Welt zurück-gezogen und mit einigen Freundinnen ein klösterliches Leben nachder Regel des dritten Ordens des heiligen Dominikus begonnen.Bald folgte eine stattliche Anzahl edler Frauen ihrem Beispiel, mitderen Hilfe sie in der breiten Straße in nächster Nähe S. Marcosein Kloster zu Ehren der heiligen Katharina von Siena errichtete(1495), dessen Insassinnen sich durch ihren Eifer in der Ordens-zucht und in allen Tugenden auszeichneten. Der Frate, der ihnenden Schleier reichte, legte ihnen zur Vermeidung des MüßiggangesI die Pflege der schönen Künste, des Modellierens, Zeichnens und; Malens ans Herz, und sie kamen seinem Rate so gewissenhaft