ABLEHNUNG DER KAISERLICHEN FORDERUNG 369
Atem, Johann Jakob Trivulzio, der tapfere Heerführer, als unver-söhnlicher Gegner des Mohren bekannt, habe sich bei Savonaniedergelassen 112 , während von der Ankunft des Kaisers immernoch nichts verlautete; man erblickte hierin Gottes Finger und dieErfüllung der Weissagung des Frate 113 . Da sich aber diese Kundenur zu bald als irrig erwies, so war die Enttäuschung nur um sogrößer. Man gab die Hoffnung, daß der König dieses Jahr nochzurückkehre, ganz auf und bedauerte es, nicht wenigstens an denPapst Gesandte abgeordnet zu haben, wozu doch der König seineGenehmigung erteilt hatte 114 . Die Bestürzung nahm zu, als manvernahm, daß sich ligistische Truppen dem pisanischen und floren-tinischen Gebiete näherten, und daß sich eine päpstliche Armeevon mehreren Tausenden gen Viterbo bewege 115 .
Und auch der Kaiser machte nun Ernst. Die florentinischenGesandten, welche ihm die Antwort der Stadt auf seine Ein-ladung zum Anschlüsse an die Liga entrichten sollten, warenam 4. Oktober in Genua auf ihn gestoßen und hatten ihn ineifrigster Vorbereitung für seine Seefahrt nach Pisa ange-troffen. Der Bescheid, den sie brachten, enthielt die rundeAblehnung der vom Kaiser verlangten Anerkennung seineroberstrichterlichen Entscheidung und beharrte auf der altenflorentinischen Forderung, erst müsse Pisa zurückgegeben sein,dann erst lasse sich über einen Beitritt zur Liga reden 116 .Diese Weigerung stieß den Kaiser vor den Kopf; nun war er zumKampfe wider Florenz erst recht entschlossen. „Wäre das nicht-gewesen," erklärte er selbst 117 , „so hätten wir immer noch zwei-feln können, ob wir Pisa mit Recht verteidigen, da sich diese Stadtdoch ehedem selbst an die Florentiner verkauft hatte. Nun aberhaben wir allen Grund, Krieg mit Florenz zu führen. Wohlan,führen wir ihn!" Max handelte damit durchaus im Sinne derLiga, die nichts Gutes gegen die Stadt im Schilde führte. Schonwar der Vorschlag in ihrer Mitte laut geworden, die Medici zurück-zuführen 118 . Der Papst wünschte, Max möge mit pisanischenTruppen gen Florenz vorrücken und die Stadt so lange belästigen,bis sie, mürbe geworden, der Liga beitrete 110 . Ebenso war Vene-dig dafür, man möge den Florentinern endlich einmal ordentlichauf den Leib rücken und zu verspüren geben, mit wem sie es zutun hätten; die Ehre der Liga und des Kaisers erheische es, daßdas Unternehmen nicht scheitere 120 , und Neapel und Spanien