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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
326
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3 26 DIE PREDIGTEN ÜBER AMOS

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deren Geistlichkeit im allgemeinen und des römischen Hofes imbesonderen.Gott, der Herr," rief er mit dem Propheten Arnos(3, 8) aus,hat gesprochen, wer sollte nicht prophezeien? Wennder Herr es befiehlt, so dürfen wir uns ihm nicht entziehen. Wasliegt an einer Gefahr? Es steht doch höchstens das leibliche Lebenauf dem Spiele, und aus dem mache ich mir nichts. Nicht ohneGrund lege ich euch den Propheten Arnos aus, denn alles, was inihm geschrieben steht, das gilt auch noch heute, ganz als wäre esWort für Wort für uns geschrieben" 22 .Du fragst wohl: Was hates für einen Wert, alte Prophetien auszulegen? Wenn aber ein ver-kappter Wolf unter den Schafen weilt, hat es dann keinen Wert,^/.^U sie vor ihm zu warnen? Wie es einst Arnos tat, so muß man^heutzutage die Blößen der gottlosen Hirten aufdecken, ohne auf"ihren Ruf Rücksicht zu nehmen. Denn eine solche Rücksicht istnur da am Platze, wo es sich um geheime Fehltritte handelt, derenEnthüllung dem Volke zum Ärgernisse gereichen könnte. Wo aberihre Missetaten offen zutage liegen, wo ihre Sünden zum Himmelschreien und zum öffentlichen Ärgernisse und allgemeinen Ver-derben der Seelen gereichen, da ist Schonung nicht mehr amPlatze. Höher als der durch ihr lasterhaftes Leben ohnehin schongeschändete Ruf der Oberen steht das Seelenheil der Gläubigen,wie ja auch der Erlöser die Hohenpriester und Schriftgelehrtenohne Rücksicht auf ihren guten Ruf schonungslos geißelte" 23 .Drei Hauptsünden sind es, die den schlechten Hirten zur Lastfallen: erstens ihr Hochmut und ihre Eitelkeit, die nur nachPrunk und irdischen Dingen trachtet. Sodann ihre Habsucht, dennsie handeln mit Pfründen und verkaufen sogar das Blut Christi.Endlich ihre Wollust, die heutzutage einen Grad erreicht hat wienie zuvor. Das schlimmste aber ist das schlechte Beispiel, durchdas sie das Volk in den Abgrund des Verderbens stürzen und denNamen Gottes in Verruf bringen. Denn es gibt viele, die sprechen:Der Glaube kann nicht wahr sein, und es kann keinen Gott undkeine göttliche Gerechtigkeit geben, sonst könnte eine solche Ver-ruchtheit nicht länger ungestraft bleiben" 24 .0 Rom, Rom, wieoft wollte ich dich versammeln wie die Henne ihre Küchlein!: Du aber wolltest nicht, und so ist Verwüstung dein Los" 25 . A

Äußerungen der Art, von den Gegnern des Frate natürlich so-fort und zwar überdies noch verdreht und entstellt dem Papsteund den Kardinälen hinterbracht, waren ganz dazu angetan, öl