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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DIE PREDIGTEN ÜBER AMOS

Advente 1495 auf das Wort seines Propheten verzichten. Daspäpstliche Verbot vereitelte jedoch auch die Einlösung des vomFrate der Stadt Lucca gegebenen Versprechens, im Jahre 1496 dieFastenpredigten hier zu halten. Vergeblich wandten sich die Luc-chesen in Schreiben vom 23. Januar 1496 mit der Bitte an ihrenBischof Felinus sowie an ihren Landsmann Johann Gilius zu Rom,dafür zu sorgen, daß nicht etwa jemand anderer eine päpstlicheZusage erlange, die sie des schon längst gehegten Wunsches, denFrate predigen zu hören, beraube*. Zugleich erneuerten nun aberauch die Florentiner ihre Anstrengungen, den Heiligen Stuhl zurZurücknahme des Predigtverbotes zu bestimmen. Allein, so großwar der Druck, den die Liga auf den Papst ausübte, daß dieser zueiner förmlichen Aufhebung des Breves vom 16. Oktober trotzder eindringlichsten Vorstellungen der Kardinäle von Neapel undLissabon sowie des Gesandten Becchi nicht zu erweichen war 5 .Mit schmerzlicher Ungeduld harrte man in Florenz von Wochezu Woche eines günstigen Bescheides. Man vermochte den Ge-danken nicht zu fassen, daß der Frate, der schon während desAdvents zur Untätigkeit verurteilt gewesen war, nun auch fürdie ganze Fastenzeit lahmgelegt werden sollte, man konnte sichdiese Tage ohne seine Predigt schon fast nicht mehr denken, sosehr war man seit Jahren an sie gewöhnt. Schon war es Lichtmeßgeworden, und noch war keine Entscheidung erfolgt. Mit nichtgeringerer Ungeduld sah man ihr in S. Marco selbst entgegen;hing doch von ihr die Besetzung der Kanzel des Doms von Florenznicht bloß, sondern auch der Ordenskirche von Prato ab. Ebendamals war ja das Kloster zu Prato, wie wir uns erinnern, mitBrüdern von S. Marco neu besetzt worden, und der Prior desHauses, P. Anton von Holland, legte nun begreiflicherweise größtesGewicht darauf, einen hervorragenden Fastenprediger zu gewinnenund die Kongregation von S. Marco hierdurch in Prato vorteil-haft einzuführen. So ersuchte er denn seinen Oberen um einentüchtigen Kanzelredner, worauf ihm Savonarola zur Antwort gab 6 ,wenn er selbst vom Papste die Erlaubnis zur Predigt erhalte, sosolle Dominikus von Pescia, der sonst seine Stelle im Dom zuFlorenz hätte vertreten müssen, als Fastenprediger nach Pratogehen. Die Brüder von Prato möchten daher in inständigem Ge-bete um eine glückliche Wendung der Dinge flehen, wie er solcheGebete in derselben Absicht auch in S. Marco angeordnet habe.