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lassen. Im übrigen möge er angesichts der nahenden Trübsaleauf die göttlichen Dinge bedacht sein, seine Hauptstadt von gott-losen Menschen säubern und die Ämter nur Rechtschaffenen über-tragen, denn gerade die Bösewichter forderten Gottes Zorn ammeisten heraus. Wenn schon Florenz, das voll frommer Christensei, unter den gegenwärtigen Heimsuchungen so schwer zu leidenhabe, auf welch harte Prüfungen müßten sich dann erst die ande-ren Städte gefaßt machen 72 .
In der Tat herrschte in Florenz um die Jahreswende 1495/96tiefste Betrübnis. Die Stadt hatte sich soeben noch in der seligenHoffnung gewiegt, nun endlich in den Besitz der verlorenenPlätze zu gelangen. Sie hatte dem französischen Befehlshaber vonPisa gegen hohe Geldversprechungen die Zusage der Rückgabeabgenommen und eigene Bevollmächtigte mit Reiterei und Fuß-volk abgeordnet, um die Burg in Empfang zu nehmen. Da trafwie ein Blitz aus heiterem Himmel die Hiobspost ein, der fran-zösische Kommandant habe die Burg den Pisanern, Sarzana aber'den Genuesen verkauft und mit Schätzen beladen das Weitegesucht. Diese Nachricht rief in Florenz solche Trauer hervor 73 ,daß sich bei ihrem Anblicke ein Stein hätte erweichen mögen.Die einen stierten finster in den Boden, die andern hüllten sich inundurchdringliches Schweigen, während sich die dritten in lautenKlagen ergingen. Das rechte Auge, jammerten sie, sei ihnen aus-gerissen, und ein guter Teil ihres Staates sei ihnen durch denBetrug der Franzosen, ihrer falschen Freunde, verlorengegangen.Die allgemeine Enttäuschung machte sich namentlich auch in(Verwünschungen und Beschimpfungen des Frate Luft. Manmaß ihm die Schuld am Ruine der Stadt bei und schob ihm dieganze Verantwortung für das Bündnis mit Frankreich zu, dasder Stadt unermeßliche Auslagen verursacht habe 74 Man schaltihn einen scheinheiligen Heuchler 75 und sprengte das haltlose Ge-rücht aus, er habe es auf den erzbischöflichen Stuhl von Florenzabgesehen 76 . Man machte sogar Miene, Feuer an das Tor vonS. Marco zu legen und das Kloster samt „dem elenden Frate,diesem Schweine", in Brand zu stecken 77 . Freilich fehlte es ihmauch jetzt nicht an begeisterter Zustimmung und Verteidigung.Namentlich war es Pater Dominikus, der an seiner Statt predigteund das Volk zu unerschütterlichem Vertrauen auf die Voraus-sagungen des Frate ermahnte 78 . Er erklärte sich in seinem from