DIE FURCHT VOR PETER MEDICI
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und Venetianer als Feinde des französchen Volkes erklärt wordenwaren 43 . Sie überzeugten sich jeden Tag mehr, daß gerade derMohr und die Venetianer gar nicht daran dachten, ihnen Pisazurückzustellen, sondern dieses, namentlich seitdem es sich nachdem Abmärsche der Franzosen unter den Schutz der Liga geflüch-tet hatte, mit Geld und Truppen unterstützten". In Peter Delphinunterhielt Venedig zu Florenz einen in engster Fühlung mit denArrabbiaten stehenden Späher, der sie unauffällig über die poli-tische Stimmung der Arnostadt wie über ihre militärischen Vor-kehrungen gegen Pisa unterrichtete 45 . Die Liga war es ja auch,welche die Gefahr in beständiger Schwebe erhielt, vor der manin Florenz am meisten zitterte, die Rückkehr der Medici. Peterhatte mehrere angesehene Bürger mit dem Tode bedroht, die sichnun eiligst zum Widerstände gegen ihn rüsteten 46 . Andere hieltenes mit dem Mohren, mit dessen Hilfe sich Peters Vetter Lorenzzum Machthaber emporzuschwingen gedachte 47 . Peter selbsthatte nicht bloß in Florenz, sondern auch in Arezzo, in Cortonaund in Pistoja Anhänger. Mit Schrecken vernahm man, daß ermit Hilfe des Papstes, der Venetianer und der Orsini nachPerugia vorrückte, um ins Florentinische einzubrechen. Soschritt man denn auch mit den schärfsten Strafen gegen ihn einund setzte einen Preis von 4000 Dukaten auf seinen Kopf 48 .Peters Anschlag zerrann freilich in nichts, fand auch am Mohren,der mit den Arrabbiaten zusammenspann, keineswegs die erwar-tete Stütze 40 . Da er aber wie auf den Papst und Venedig, so aufNeapel baute 50 , so mußte man in unaufhörlicher Furcht leben, eskönne ihm morgen glücken, was heute mißlang. Dagegen war eswieder der Frate, der die verzagten Gemüter mit der tröstlichenVersicherung aufrichtete, Gott sei auf ihrer Seite und werde allefeindseligen Anschläge zunichte machen 51 . So baute man dochimmer wieder auf ihn, während man den Mächten, die der Stadtgerade in ihren Lebensfragen unaufhörlich entgegenarbeiteten, keinVertrauen zu schenken vermochte. Wohl schien es eine Zeitlangzu einer Verständigung zwischen der Liga und Karl VIII. kommenzu wollen. Herzog Herkules von Ferrara war im Herbste zum Moh-ren, seinem Schwiegersohne, gereist, um den Vermittler zwischenihm und dem Könige zu spielen; und im Oktober wurde wirklichein Abkommen geschlossen 52 . Aber es bestand mehr zum Scheineals in Wahrheit, und der Frate behielt Recht, -wenn er nicht an den