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VORLADUNG NACH ROM
als irrig erwiesen 3 ; immerhin lehrte sie, was die Gegner schondamals im Sinne hatten. Und jetzt drangen sie endlich durch. Am21. Juli 1495 richtete der Papst ein Breve* an Savonarola, woriner ihm ob seiner segensreichen Wirksamkeit freudige Anerkennungaussprach, zugleich aber auch auftrug, sich unverzüglich nachRom aufzumachen, um über den von ihm behaupteten göttlichenUrsprung seiner Verheißungen Rechenschaft abzulegen. Eine Ab-schrift ging auch dem Meister Albert zu, der sie schon am 26. Julitriumphierend dem ferraresischen Gesandten vorwies 5 .
Savonarola ging jedoch nicht in die Falle. Er war ja nichteinmal in Florenz selbst seines Lebens sicher, geschweige auf demWege nach und von Rom. Überdies litt er eben damals so starkan Kopf- und Magenweh, daß die Ärzte sogar für sein Lebenfürchteten und ihm rieten, seine Predigten einzustellen und sicheinige Wochen zu schonen 6 . Das kanonische Recht bestimmtenun, wenn jemand einen päpstlichen Befehl erhalte, so habe erdiesen entweder auszuführen, oder einen triftigen Verhinderungs-grund nachzuweisen 7 . Mit Rücksicht hierauf war der Frate, ohneden Vorwurf des Ungehorsams befürchten zu müssen, sehr wohlbefugt, von der ihm angesonnenen Romreise abzustehen; und indiesem Sinne schrieb er denn auch am 31. Juli an den Papst 8 .Längst, versicherte er, sei es sein sehnlichster Wunsch, die heiligeStadt zu besuchen, die er noch niemals gesehen habe, und sowürde er sich eben jetzt ganz besonders freuen, diesen heißenWunsch befriedigen zu können, da sich der Heilige Vater ihn,einen so armseligen Wurm, zu sich zu bescheiden gewürdigt habe.Leider vermöge er aber diesem Rufe nicht Folge zu leisten, da ergegenwärtig in ärztlicher Behandlung stehe und sich einige Zeitschonen müsse, wenn er nicht sein Leben aufs Spiel setzen wolle.Anläßlich der von ihm durchgeführten Verfassungs- und Sitten-reform habe er sich sodann den Haß mancher Leute zugezogen,die ihm schon öfter mit Gift und Schwert nach dem Leben trach-teten, weshalb denn auch jüngst noch seine Mitbürger, als er sichins Lager des französischen Königs begab 9 , nicht zugeben wollten,daß er, obschon von einer starken Schutzwache umgeben, dasflorentinische Gebiet verlasse. Endlich stehe das von ihm begon-nene Reformwerk noch auf allzu schwachen Füßen, als daß er esjetzt schon sich selbst überlassen dürfte. Aus diesen Gründen bitteer den Heiligen Vater, es ihm nicht verübeln zu wollen, wenn er