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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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XVI. Kapitel.

DIE VORLADUNG NACH ROM. DAS PREDIGT-VERBOT.DER ABRISS DER OFFENBARUNGEN".

Für die italienischen Mächte war der Anschluß der Florentineran die Liga eine zu ernste Angelegenheit, als daß sie sich durchden ersten Mißerfolg von ihrem Vorhaben hätten abbringen las-sen, die Arnostadt auf ihre Seite zu ziehen. Allein so sehr sichder Papst und der Mohr ins Zeug legten, sie vermochten nichtsauszurichten 1 . Es war in Italien nur eine Stimme, der Frate tragedie Hauptschuld an der französischen Politik von Florenz; warer aus dem Wege geräumt, so schien das größte Hindernis einerAnnäherung der Republik an die Liga behoben. Um ihn wegzu-schaffen, brauchte man ihn nur nach Rom vorzuladen; da konntesich dann manches zutragen, was ihm die Rückkehr für immerverleidete. Die Borjas waren nicht ängstlich in der Wahl ihrerMittel, wenn ihnen ein Mensch zuviel auf der Welt war; auch dieArme der Liga reichten weit und beherrschten alle Straßen Italiens.Und wie hätte sich Peter Medici die prächtige Gelegenheit derBeseitigung eines Mannes entgehen lassen sollen, der eines derstärksten Hemmnisse der Wiederherstellung seiner Herrschaftbildete? Nach diesem Plane handelte man. Mitte Juli 1495erschienen der Bischof Franz Soderini von Volterra und MeisterAlbert von Orvieto in Florenz und führten der Signorie aufs nach-drücklichste die Vorteile zu Gemüte, die ein gemeinsames Vor-gehen mit den übrigen Mächten auch für ihr Gemeinwesen habenmüßte. Als sie wiederum abschlägigen Bescheid erhielten, bezeich-nete es Meister Albert als große Schande, daß sich ein Staat wieFlorenz von einem Mönche gängeln lasse. Er schwärzte diesen imVatikan möglichst an, beschuldigte ihn, den Papst in seinen Pre-digten geschmäht zu haben und riet, ihn nach Rom vorzuladen,denn solange er da sei, werde das Volk nie zu einem anderenEntschlüsse kommen 2 . Schon im April hatte sich die Nachrichtvon einer Vorladung des Frate zum Papste verbreitet, aber bald