ogö DAS BÜNDNIS GEGEN KARL VIII.
läge nunmehr ganz Italien zu Euren Füßen, und alle Völker jubel-ten Euch mit den Worten zu: ,Gepriesen sei, der da kommt im Na-men des Herrn' 75 . Bedenket wohl, daß es Gottes Wille ist, daßIhr den Florentinern eine gute Behandlung widerfahren laßt, wozuIhr ja ohnehin vertragsmäßig verpflichtet seid. Übertretet Ihr dievon Euch beschworenen Vereinbarungen, so trifft Euch das Wortdes Herrn: ,Wer den Vertrag gebrochen, wird der entrinnen? DenEid, den er mißachtet, und das Bündnis, das er verletzt hat, willich auf sein Haupt legen.' Gedenket dessen, was ich Euch münd-lich und brieflich ans Herz legte, wie nämlich das florentinischeVolk stets ein treuer Bundesgenosse und ehrlicher Diener der fran-zösischen Krone war und noch ist, mit Ausnahme einer geringenMinderheit, die sich im Gegensatze zum Willen des ganzen Volkesvielleicht gerne mit Euren Gegnern verbündet hätte. Wenn esEuch nun trotz aller Widerwärtigkeiten, die es gegenwärtig zu be-stehen hat, und trotz aller Lockungen und Versprechungen EurerGegner die Treue bewahrt und die nötigen Geldmittel zu EurerUnterstützung aufbringt, wird es dann nicht erst recht zu Euchhalten, wenn es sich von Euch für seine Treue belohnt weiß?Laßt Euch daher das Wohl der Florentiner angelegen sein undstellt Euch auf die Seite ihrer gegenwärtigen Regierung und nichteines einzelnen Bürgers 76 ; denn die einzelnen Bürger haben ledig-lich ihren eigenen Vorteil, nicht aber den Eurer Krone oder desVaterlandes im Auge und sind die ersten, Euch im Stiche zu las-sen, wenn ihnen von anderer Seite größerer Gewinn winkt. DasVolk dagegen ließ sich, obschon ihm von Seiten der übrigen Mächteviele Versprechungen gemacht wurden, gleichwohl nicht zum Ab-falle von* Euch verführen und wird dies infolge meiner Predigtenund Mahnungen auch künftig nicht tun. Derselbe Gott, der dieStadt bis jetzt wunderbar in der Treue zu Euch bewahrt hat, willauch, daß sie mit Euch vereint und verbündet bleibe. Unter EuremBanner und Schutze soll ihre Freiheit und Herrschaft gedeihenund wachsen, nicht aber ein einzelner Bürger. Denn Gottes Gütehat beschlossen, die Tyrannen und gewöhnlichen Bürger, die sichdie Herrschaft über den florentinischen Staat anmaßen und sichwie ehedem zu Fürsten über ihn aufwerfen möchten, zu Bodenzu schleudern, da ja diese neue Volksregierung nicht eines Men-schen, sondern Gottes Werk ist, der daher auch ihr Gedeihen will.So laßt Euch denn das Wohl dieser Stadt anbefohlen sein, die