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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
297
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DER FRATE AN KARL VIII. 297

können 69 , und man beschuldigte den Frate, Briefe des Inhalts an/jihn gerichtet zu haben, die seiner Verheißung zuwiderlaufende^Nichtrückgabe Pisas versetze ihn in die größte Verlegenheit. Der'Prophet verwahrte sich nun zwar gegen diese Anschuldigung mitder Erklärung, er kenne ihren Urheber sehr wohl, der samt seinemzahlreichen Anhange die Verantwortung dafür trage, daß der Kö-nig die Festungen um der Uneinigkeit der Bürger willen noch nichtzurückgegeben habe, aus Furcht, die Stadt würde, sobald sie keineRücksicht auf ihn mehr zu nehmen brauchte, sofort von ihm ab-fallen und zur Liga übergehen 70 . Zugleich wandte sich der Frateaber nun auch an den König selbst und mahnte ihn in einemSchreiben 71 vom 26. Mai 1495 nachdrücklich an seine Pflicht gegendie ihm verbündete Arnostadt.Die Liebe zu Gott und das Ver-langen nach seiner Verherrlichung", so stellte er ihm vor,drängtmich, Eure Krone zu lieben, die ich desto aufrichtiger verehre, jetiefer ich davon überzeugt bin, daß Gott neben den anderen christ- ~liehen Fürsten auch Euch zu seinem Werkzeuge bei der gegen-wärtigen Erneuerung der Kirche erwählt hat. Jener selbe Gotthat mich über Eure Ankunft in Italien und über den Sieg erleuch-tet, der Euch beschieden war und sein wird, falls Ihr tut, was ichEuch im Namen des allmächtgen Gottes verkünde. Wenn Ihr nichtdafür sorgt, daß sich Eure Barone und Befehlshaber anders alsbisher betragen, so wird Gott, dessen bin ich durch seine Ein-gebung gewiß, seine Hand von Euch abziehen, die Völker widerEuch aufbringen und Euch wie Euer Heer in verschiedene schwereGefahren stürzen. Denn er ist nicht damit zufrieden, daß Ihr selbstvon gutem Willen beseelt seid und nichts Übles tut, wenn Ihrnicht auch Eure Untertanen von aller Unterdrückung und Aus-saugung der Völker zurückhaltet. Im Namen und Auftragedesselben Gottes, der einst den König Saul um seines Unge-horsams willen verworfen hat, fordere ich Euch auf, dieFlorentiner, Eure treuen Diener, nicht kränken zu lassen, sonderngut zu behandeln, in dem Sinne und in der Art und Weise, wieich es Euch nicht etwa auf ihre Veranlassung, sondern auf Ein-gebung Gottes hin, und nicht um ihres zeitlichen Vorteiles willen, />?~cy^ /,/-*.?.der mich als Ausländer nichts kümmert, sondern um Euret- undder Kirche, ganz besonders aber um der Ehre Gottes willen schonin drei anderen Briefen 73 nahegelegt habe. Hättet Ihr befolgt, wasich Euch zwei Tage vor Eurem Abzüge aus Florenz 74 auftrug, so , -^ - 1 '