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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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KINDERERZIEHUNG a 7 5

langen, mädchenhaften Haaren 12 , wodurch sie beinahe das Aus-sehen von Dirnen gewannen, leisteten sie der Verführung unab-sichtlich, wenn .nicht sogar wissentlich und geflissentlich Vor-schub 13 . Die Hauptschuld trugen aber die Eltern, die es an demfür das Kindesherz Nötigsten, an der religiösen Unterweisung undan der Anleitung zum Gebrauche der kirchlichen Gnadenmittel,nur allzusehr fehlen ließen.Wie viele von unseren Söhnen",hatte schon Bernhardin den Florentinern zugerufen 14 ,wissennicht einmal, obschon bereits erwachsen, daß es Beicht und Kom-munion gibt! Freilich, wenn du, Vater, nie beichtest und kom-munizierst, wirst du dich auch um deine Söhne nicht kümmern."Hier setzte nun auch der Frate den Hebel ein. Aufs eindring-lichste ermahnte er die Eltern, sich ihrer heiligsten Pflicht, derKindererziehung, aufs gewissenhafteste zu widmen 15 . Sie sollen dieKleinen schon in zartesten Jahren anhalten, morgens und abendszu beten, Gott und die Heiligen, besonders Jesus und Maria, zu lie-ben und zu ehren, die Kirche zu besuchen und sich die wichtigstenGlaubenswahrheiten einzuprägen 16 . Namentlich sind die Kinder anden Besuch der Predigt zu gewöhnen, obschon sie auch nicht zufrüh, nicht unter zehn Jahren, zugelassen werden dürfen 17 . Dasbeste Erziehungsmittel ist das gute Beispiel 18 . Die Kinder ahmenalles nach, was sie sehen, und treiben namentlich das Böse gern,das sie an ihren schlimmen Vätern gewahren. Daher die Mahnung:ihr Jünglinge wandelt nicht nach dem Gebote und Beispiele eurerVäter! Wenn eure Väter euch sagen: geht nicht in die Predigt,schneidet euch das Haar nicht, stellt diesen oder jenen Wechselaus, so gehorcht ihnen nicht! In allen erlaubten Dingen aber seideuren Eltern Untertan! Laßt euch von ihnen namentlich nicht zuFeindschaften verleiten! Kommt es doch häufig vor, daß Väterihre Söhne auffordern, andere Kinder zu schlagen, und ihre Kinderin ihre alten Familienfehden einweihen 19 . So blind sind mancheEltern, daß sie ihren Söhnen sogar das Laster der Sodomie und desSpieles hingehen lassen, ja darüber noch lachen 20 ! Man lasse Kin-der nicht schlafen, wo Mann und Frau zusammen sind; sowenigdie Kleinen noch zu verstehen scheinen, sie haben lange Ohrenund der Teufel hilft nach 21 . Viel mehr, als es meist geschieht, sollteman sein Augenmerk der Erziehung der Mädchen zuwenden, diewie junge Heidinnen aufwachsen und von ihren Eltern keine reli-giöse Belehrung erhalten, dafür aber in anderen Dingen um so

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