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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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RELIGIÖS-SITTLICHE ERNEUERUNG

gelte 213 . Wo die Compagnacci dem Frate und seinen Brüderneinen Streich spielen konnten, waren sie sicher zur Stelle. Nachberühmten Mustern ließen sie, um den Propheten in den Augendes Volkes herabzusetzen, durch andere Mönche gegen ihn predi-gen, wozu sich ein Franziskaner namens Suchiello, ein Konven-tuale leichtester Richtung, herbeiließ 214 . Wehe dem Priester vonS. Marco, der, nachts zu einem Versehgange gerufen, in ihreHände fiel! Den P. Dominikus von Pescia, der mit seinem Be-gleiter von einem Krankenbesuche zurückkehrte, überfielen sievor dem Kloster und mißhandelten ihn. Mitten in der Nacht,wenn die Brüder von S. Marco dem Chorgebete oblagen, lärmtensie in den angrenzenden Straßen, verübten allen möglichen Unfugund verhöhnten den Frate in unflätigster Weise. Zuweilen unter-brachen sie ihn bei der Predigt, indem sie durch Trommeln oderauf sonst eine Weise heftigen Lärm verursachten 215 . Dann wiederbestiegen sie kurz vor der Predigt die Kanzel und erteilten demVolke mit einer an der Spitze eines Schwertes befestigten Zwiebel1 den Segen, oder sie spannten ein Eselfell daselbst aus, das dieLuft mit seinem Gestanke verpestete 216 . Obschon keine politischePartei wie die Arrabbiati, standen sie diesen doch immerhin sehrnahe; sie setzten sich zum guten Teile aus denselben Kreisen zu-sammen, arbeiteten ihnen auf jede Weise in die Hände und warenmit ihnen jedenfalls in dem einen Ziele einig: Sturz des Frate 21 ',So brachte der Frate mit seiner Predigt eine Scheidung derGeister hervor. Um seinetwillen ging ein Riß durch die Stadt,ja durch jedes Haus. Es gab keine Familie, die sich nicht inAnhänger und Gegner des Frate gespalten hätte. Er ward zumZeichen des Widerspruchs zwischen Mann und Weib, Eltern undKindern, Geschwistern und Freunden 218 . Er tröstete sich selbstund die Seiriigen mit dem Hinweise auf Christus und die Apostel,denen es nicht anders ergangen sei 219 .