CALVIN 25g
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Könige. Beide huldigen demselben erhabenen Ideale, beiden ist esum die sittliche Hebung des ganz verwahrlosten Volkes durch ent-schlossene Rückkehr zum reinen Leben der apostolischen Ur-kirche zu tun. Beide schwärmen für äußerste Einfachheit im /jy*^j£„Leben des einzelnen wie der Gesamtheit, im häuslichen, staat-lichen, kirchlichen und gottesdienstlichen Betriebe. Beide eifern /v^f,wider die Veräußerlichung der Religion, wider den eitlen Werk-und Zeremoniendienst, wider die Überwucherung der Gottesver"-ehrung durch allzu menschliches, sinnekitzelndes Beiwerk. Beidesind für unnachsichtige Strenge in Durchführung ihrer Reform-maßregeln; daß Milde Grausamkeit sei, predigen beide. Calvinsetzt denn auch sein Gottesreich mit Feuer und Schwert und er-barmungslosen Folterqualen durch 157 . Auf einen bloßen Verdachthin läßt er seine Opfer unmenschlich martern, an Ketten schmie-den, mit glühenden Zangen zwicken, am Seile aufziehen, sogareinmauern. In den wenigen Monaten von Februar bis Mai 1545überantwortete er 34 Personen dem Henkerstode durch dasSchwert, durch das Feuer, den Galgen oder die Vierteilung, undder Hinrichtung gehen meist noch grausame Verstümmelungenvoraus. Während der vier Jahre seiner unbeschränkten Machtordnet er 800—900 Verhaftungen, 76 Verbannungen und 58 To-desurteile an. Selbst spielende Kinder überweist er dem Kerker.Das ganze bürgerliche und kirchliche Leben unterwirft er eisernerZucht. Die Ältesten beobachten den Kaufmann in seinem Waren-lager, den Handwerker in seiner Werkstatt, das Marktweib inseiner Halle, die Brautleute bei der Hochzeit, die Eltern bei derKindstaufe; und neben den öffentlichen Aufsehern gibt es nochgeheime, behördlich angestellte Späher. Nicht nur den Besuchdes Gottesdienstes selbst macht Calvin den Gläubigen zur streng-sten Pflicht, er schreibt ihnen auch die Kirche vor, in der sieihrer Verpflichtung zu genügen haben. Die Gesetze gegen denAufwand, über den Haarputz der Frauen, über Stoff und Farbeder Kleider, über die Zahl der Gerichte bei Gastmählern gehörenzwar einer etwas späteren Zeit an, sind aber ebenfalls aus demGeiste Calvins geboren. Rücksichtslos unterdrückt Calvin alleöffentlichen Feste und Lustbarkeiten, Tänze und Spiele; sogar dieAbschaffung der Wirtshäuser verlangt er.
Calvin machte der römischen Kirche gern ihren Mangel an sitt-lichem Ernste zum Vorwurfe. In Savonarola war längst vor ihm
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