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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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251
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DIE PRIESTER UND ORDENSLEUTE 25 1

fromme Priester, auf welche die vorgebrachten Klagen keine An-wendung finden 113 . Doch das sind Ausnahmen. Die Zuchtlosig-keit des hohen und niederen Klerus schreit zum Himmel. DerKlerus hat mit seinem schlechten Beispiel den Verfall des Chri-stentums verschuldet, er hat den furchtbaren Sturm heraufbe-schworen, der Rom und die ganze Kirche bedroht 114 . Obschonsie den Leib des Herrn täglich genießen, so werden die Geistlichendoch immer noch schlechter statt besser, der sicherste Beweis,daß sie ihn unwürdig empfangen 115 . Die Größe und Menge ihrerFrevel übertrifft alles je Dagewesene 116 . Da sie sich nicht schämen,selbst öffentlich zu sündigen und sich in den Augen der Gläubigenherabzuwürdigen, so haben sie alles Ansehen eingebüßt und wer-den vielfach wie Knechte gehalten 117 . Sie schwätzen den Leutendas Geld ab und überreden sie zu Vermächtnissen an die Kirche,obschon doch das irdische Gut in erster Linie für die Weltleuteda ist 118 . Sie treiben sich in den Kneipen herum und huldigenmit ihren Bauern dem Spiele. Sie nehmen Mädchen zum Tanzemit auf ihr Zimmer, verbringen die Nächte mit schlechten Wei-bern und Buben, treten aber am Morgen gleichwohl zum Altaredes Herrn. Sie sind dem sodomitischen Laster ergeben, vergewal-tigen Frauen und Mägde, ja sogar Kinder 119 . Sie hassen einen ehr-baren Amtsbruder und schelten ihn einen Kopfhänger und Heuch-ler; um der Scham enthoben zu sein, möchten sie, daß auch alleanderen Schelme wie sie selbst seien 120 . Statt gefallene Seelen auf-zurichten, befestigen sie diese noch in der Sünde 121 . Andere lesendie Messen nur halb, lassen die Wandlung aus oder vertauschenden Wein mit Wasser 122 : Da es nun überdies zuweilen sogar vor-kommt, daß hohe Prälaten bei Erteilung der Weihen der nötigenWeiheabsicht ermangeln, so mag es nicht wenige geben, die, weilungültig geweiht, nur zum Schein Priester und Bischöfe sind 123 .Mit einem Worte, die Diener der Kirche dienen nicht Gott, son-dern sich selbst und dem Gelde. Alles ist ihnen feil. In ihrerHabsucht verkaufen sie sogar das Blut Christi; sie schachern mitihren Pfründen, mit allem 121 . Unter tausend erlangt nicht einerdas Heil 125 .

Wie der Welt-, so ist auch der Ordensklerus aufs tiefste ent-artet. Wohl gibt es überall und in allen Orden auch gute Mönche.Viel größer ist jedoch die Zahl der schlimmen, die von ihreneigenen Ordensregeln nichts wissen wollen 126 . Zwar versteifen sie