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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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ABSCHLUSS DER VERFASSUNG

wie die Bürgerschaft brachte 109 . Schon im Ciompi-Aufstande 1378hatten sich die Florentiner als dasheilige Volk", als» dasVolkGottes" bezeichnet 110 ; die Losung, daß Florenz das Gottesvolk undI Christus sein König sein solle, war demnach keineswegs neu. Siewar im Grunde doch nur der scharf zugespitzte Ausdruck der demganzen Mittelalter geläufigen Anschauung, daß der Staat zur Ver-wirklichung der christlichen Weltordnung berufen sei. Da nundas florentinische Gemeinwesen eben um seiner besonderen Rollewillen zur Befolgung der göttlichen Gebote ganz besonders ver-pflichtet war, so war es im Sinne des Frate in ganz besonderemMaße Gottes Volk und Christus sein König; denn der ist König,der im Lande gebeut 111 . Und so war Florenz unter den Völkerndes neuen Bundes, was Israel unter denen des alten war. Wie dasisraelitische, so befand sich auch das florentiniche Volk auf demZuge durch die Wüste 112 . Wie das israelitische, so vollzog dasflorentinische Volk seinen Auszug aus Ägypten 113 . Wie das israeli-tische, so war das florentinische ein Volk beständiger Unzufrie-denheit und Widersetzlichkeit, ein popolo mormoratore 114 . WieGott dem israelitischen Volke durch Moses seine Gesetze erteilte,so gibt er auch dem florentinischen durch einen neuen Moses sei-nen Willen kund 115 . Die florentinische Verfassung gleicht derisrealitischen zur Zeit der Richter. Obschon das Volk damalsselbst herrschte und der Richter keine befehlende, sondern nureine beratende Stellung einnahm, so stellte es doch zugleich eineArt Monarchie dar, da es vom Munde Gottes abhing, der seinenWillen durch das Wort seines Stellvertreters, des Propheten undRichters, offenbarte 116 . Auch Florenz ist sein eigener Herr unddoch zugleich Monarchie, der Prophet ist auch hier nicht Gebieter,sondern Sprachrohr eines höheren, des wahren Monarchen.Flo-renz," erklärte der Frate 117 ,Christus ist dein König!"O Frate,"erwiderte der Gegner,meinst du denn, ich verstehe dich nicht?Du machst Christus doch nur zum Könige, um sein Minister zu seinund nach Herzenslust schalten zu können. Das ganze Volk hastdu in den Käfig gesteckt."Nimm dich in acht! Du bist es selbst,der den Minister spielt und tut, was ihm beliebt. Welchen persön-lichen Vorteil habe ich denn als Minister? Wo sind die Geschenke,die du mir machst?"0 Frate, du hast viele Tausende Dukaten."Du weißt ganz gut, daß dies nicht wahr ist. Ich habe sie nichtund will sie nicht. . . Mit Moses kann ich sprechen: .Niemals